Darmsanierung beim Hund

Der Darm des Hundes ist nicht nur eines seiner größten Organe, sondern auch eines der wichtigsten. Neben der Verdauung übernimmt er zahlreiche weitere Aufgaben, deren Wechselwirkungen mit anderen Organfunktionen noch nicht alle vollständig erforscht sind.

Aufgrund deiner Erfahrungen können Tiermediziner aber davon ausgehen, dass viele Krankheiten direkt oder indirekt auf eine gestörte Darmtätigkeit zurückzuführen sind. Wer seinen Hund fit, fröhlich und gesund erhalten möchte, sollte sich deshalb mit diesem oft vernachlässigten Organ und einer Darmsanierung beim Hund einmal näher beschäftigen.

Überblick

  1. Dafür ist die Darmflora verantwortlich
  2. Probiotika und Präbiotika
  3. Die richtige Ernährung
  4. Die passenden Hausmittel

Welche Funktionen erfüllt der Darm beim Hund?

In erster Linie sorgt der Darm für die Verdauung, und würde er diese Arbeit nicht erledigen, bekäme ein Lebewesen keine Energie und müsste verhungern. Im Dünndarm spalten Enzyme den vom Magen angelieferten Nahrungsbrei in seine kleinsten Bestandteile auf. So werden Kohlenhydrate zu Fruchtzucker und Traubenzucker, Bruchstücke der bereits vorverdauten Eiweiße werden in Aminosäuren und Peptide zerlegt. Mithilfe von Gallenflüssigkeit emulgieren die Fette, damit sie von den zuständigen Enzymen weiter zerkleinert werden können.

Anschließend sind die Nährstoffteilchen so klein, dass sie durch die Blutbahn in alle Regionen des Körpers gelangen können, in denen sie gebraucht oder eingelagert werden. Auch um die Vitamine kümmert sich der Dünndarm, die fettlöslichen gibt er an die Leber oder das Fettgewebe zur Aufbewahrung ab, die übrigen transportiert er zur Ausscheidung an die Nieren.

Aber der Darm hat noch weitere wichtige Funktionen, so leitet er Giftstoffe und Abfälle aus der Leber in den Verdauungskanal weiter, damit sie mit dem Kot ausgeschieden werden können.

Wenn der Darm diese Aufgabe nicht meistert, gelangen die Gifte in den Körper und können innere Erkrankungen, Hautprobleme, Immunschwäche und andere Beeinträchtigungen hervorrufen. Schließlich ist der Darm auch deshalb unverzichtbar für eine funktionierende Immunabwehr des Körpers, weil eine große Zahl der Antikörper des Immunsystems von Darmbakterien produziert wird.

Wofür ist die Darmflora des Hundes verantwortlich?

Sowohl Dünndarm als auch Dickdarm sind dicht von Bakterienstämmen besiedelt, die sich in „gute“ und „böse“ unterteilen lassen. Wie auf einer wilden Blumenwiese tummeln sich Gänseblümchen neben Brennnesseln und Disteln zwischen Krokussen.

Alle Bakterien konkurrieren um Nahrung, um zu wachsen, sich zu vermehren und die jeweiligen Gegner zu verdrängen. Wenn die guten Stämme einer Übermacht an bösen, krankmachenden Stämmen nicht mehr gewachsen sind, wird von einer Fehlbesiedlung des Darms gesprochen, die zu einem Ungleichgewicht führt (Dysbiose). Dieses kann sich wie folgt äußern:

Außerdem können sich Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien entwickeln.

Von der Zusammensetzung der Darmflora des Hundes hängt auch seine Neigung zu Übergewicht oder Schlankheit ab. In der medizinischen Forschung wird heute diskutiert, ob eine Fehlbesiedlung des Darms die Stressanfälligkeit erhöht und das emotionale Verhalten negativ beeinflusst.

Denn bekannt ist bereits, dass der Darm über Nervenfasern in einer direkten Verbindung mit dem Gehirn kommunizieren kann. Es wäre also möglich, dass die Darmflora auch für psychische Probleme verantwortlich ist.

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Verschiedene Faktoren können die gesunde Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen, zum Beispiel die Einnahme von Antibiotika oder Cortison, Stress, Infektionen oder eine Fehlernährung.

Außerdem können zunehmendes Alter und genetische Disposition eine Rolle spielen. Wenn ein Hund Medikamente bekommt, die seine Darmflora schädigen, braucht der Darm Hilfestellung, damit die getöteten guten Bakterien sich wieder vermehren können.

Ebenso muss sich die Darmflora des Hunde nach einer Wurmkur oder Impfung regenerieren.

Eine Darmsanierung beim Hund kann ebenfalls hilfreich sein bei:

Die Wirksamkeit einer Darmsanierung ist zwar in der medizinischen Forschung bislang noch kaum untersucht worden und damit nicht hinreichend belegt. Das liegt vor allem daran, dass noch nicht genug über die vorhandenen Bakterienstämme bekannt ist und es keine Möglichkeit zur sicheren Feststellung einer Dysbiose gibt.

Es besteht aber Einigkeit darüber, dass die heute angewandten Methoden, um die Darmflora zu unterstützen, keine ernsthaften Risiken oder Nebenwirkungen bergen. Eine Darmsanierung kann deinem Vierbeiner daher nie schaden.

Vergiss aber bitte nicht, dass sie auch kein Wundermittel zur Heilung aller Krankheiten ist. Wenn dein Hund Krankheitssymptome zeigt, lasse ihn unbedingt vom Tierarzt untersuchen, um die Ursachen zu ermitteln.

Die Darmsanierung kann als unterstützende Maßnahme einer medizinischen Behandlung oder als Prophylaxe sinnvoll sein und das allgemeine Wohlbefinden des Tieres steigern.

Darmsanierung mit Probiotika und Präbiotika

Den Hauptbestandteil einer Darmsanierung bilden Nahrungsergänzungsmittel mit speziellen Zusätzen. Probiotika sind lebende Mikroorganismen, zum Beispiel Milchsäurebakterien, Laktobazillen und Bifidobakterien. Diese stocken die Stämme der guten Bakterien in der Darmflora des Hundes auf und machen sich mit ihnen gemeinsam an die Arbeit.

Präbiotika hingegen sind keine Organismen, sondern Lebensmittelbestandteile, die den erwünschten Bakterien optimale Lebens- und Wachstumsbedingungen schaffen.

Dazu gehören zum Beispiel Pektin, Inulin und bestimmte Hefekulturen. Sie dienen den Darmbakterien als Nahrung und beeinflussen ihre Umgebung günstig, indem sie die Schleimhaut aufbauen, den pH-Wert absenken und die Verbreitung schädlicher Keime verhindern. Da ein Präbiotikum für Säugetiere unverdaulich ist, gelangt es unbeschädigt bis in den Darm und kann nur von den Bakterien der Darmflora verstoffwechselt werden.

Bei der Darmsanierung des Hundes wird eine Kombination aus beiden Komponenten verabreicht, die dann zusammenfassend als Synbiotika bezeichnet werden. Bei den Probiotika hat sich gezeigt, dass die Mischung verschiedender Stämme den größten Effekt verspricht, da die Bakterien sich dann an mehreren Stellen im Darm ansiedeln und sich bei ihrer Arbeit gegenseitig unterstützen. Je nachdem, wie stark die Darmflora beeinträchtigt ist, sollte die Therapie von sechs Wochen bis zu sechs Monaten dauern.

Damit eine Synbiotika-Kur bei einer schwerwiegenden Störung der Darmtätigkeit Erfolg verspricht, muss sich die Darmsanierung beim Hund über mehrere Monate erstrecken.

Die richtige Ernährung während einer Darmsanierung beim Hund

Nur eine gesunde und artgerechte Ernährung hält die Darmflora dauerhaft im Gleichgewicht. Der Hund ist ursprünglich ein Fleischfresser, der sich durch das Zusammenleben mit dem Menschen auch an pflanzliche Nahrung gewöhnt hat. Zur Verdauung von rohem Gemüse fehlen ihm jedoch einige Enzyme, weshalb Pflanzennahrung vorbehandelt sein muss.

Das optimale Hundefutter besteht zu einem Großteil an Fleisch mit einer Gemüse- oder Obstbeilage und wird von guten Fetten abgerundet.

Besonders leicht verdaulich sind gekochtes Geflügel und jeweils weich gekochte Karotten, Kartoffeln und Fenchelstücke. Falls du nicht genug Zeit hast, die Nahrung selbst zuzubereiten, kannst du auch auf medizinisch hergestelltes Hundefutter zurückgreifen, das besonders gut verdaulich ist, oder ein anderes hochwertiges Nassfutter nehmen.

Im Rahmen einer Darmsanierung bieten sich zusätzlich verschiedene probiotische Lebensmittel an, die bereits die erwünschten Bakterienkulturen enthalten. Das sind zum Beispiel Apfelessig, Sauerkraut, Quark und Joghurt, Spargel, Erbsen, Chicorée, Bananen, Möhren, Äpfel, Gerste und Hafer. Da nicht jeder Hund diese Speisen freiwillig zu sich nimmt, gibt es im Handel fertige Spezialmischungen aus Extrakten.

Achte darauf, ob dein Hund Futtermittelunverträglichkeiten hat, und gib ihm nur Lebensmittel ohne künstliche Farb- und Konservierungsstoffe. Das Futter muss alle wichtigen Nährstoffe und Mineralien enthalten, und das Verhältnis zwischen Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß sollte ausgewogenen sein.

Hausmittel zur Darmsanierung beim Hund

Auch viele einfach anzuwendende Hausmittel, die zum Teil sehr preiswert sind, können zur Darmsanierung bei Hunden eingesetzt werden.

Aloe-vera-Gel

Das Blattgel der Wüstenpflanze Aloe vera, das Menschen gern zur Hautpflege verwenden, ist auch essbar und kann die Darmtätigkeit anregen. Das durchsichtige, fast geschmacksneutrale Gel aus dem Inneren des Blattes wird im Mixer zerkleinert und dann ins Hundefutter gemischt. Allerdings sollte es nur in kleinen Mengen verabreicht werden, da es stark abführend wirken kann. Es eignet sich besonders gut, wenn dein Hund an Verstopfung leidet.

Ballaststoffe – Chia-Samen, Leinsamen und Flohsamen

Ballaststoffreiche Samen, wie Leinsamen, Chia-Samen und Flohsamen, fördern die Verdauung, indem sie im Magen-Darm-Trakt aufquellen und den Nahrungsbrei aufweichen. So erleichtern sie die Arbeit des Darms, lassen den Kot weicher werden und reinigen nebenbei die Darmschleimhäute. Außerdem können sie sich positiv auf den Blutzuckerspiegel und die Blutfettwerte auswirken.

Heilerde

Ein weiteres empfehlenswertes Hausmittel, das die Darmflora des Hundes günstig beeinflusst, ist Heilerde. Sie wirkt als Reinigungsmittel für den Verdauungstrakt, da sie Schadstoffe bindet und dann mitsamt den Giften ausgeschieden wird. Heilerde hilft gegen viele Zipperlein bei Menschen und Hunden, von Insektenstichen bis Hautausschlag. Daher solltest du dieses Pulver stets im Haus haben.

Bitterpflanzen

Auch sogenannte Bitterpflanzen, wie Löwenzahn, Brennnessel und Artischocke, können eine Darmsanierung des Hundes unterstützen. Denn sie fungieren als Darmreiniger und helfen im Kampf gegen unerwünschte Bewohner. Die in ihnen enthaltenen Bitterstoffe gehen gegen Rückstände und Ablagerungen im Darm vor und verhindern so die Einnistung von schädlichen Keimen. Hunde mögen Bitterpflanzen nicht besonders, aber zum Glück gibt es Bitterstoffe auch in Pulver- oder Kapselform.

Sichtbare Erfolge der Darmsanierung werden sich zwar nicht über Nacht einstellen, aber mit etwas Geduld können Sie den Darm deines Hundes sanft in Schwung bringen und langfristig gesund erhalten.

Eine ausgeglichene Darmflora ist die Grundvoraussetzung für sein Wohlbefinden und seine Fitness. Beobachte deinen Hund genau und suche bei anhaltenden oder ernsten Beschwerden den Tierarzt auf.


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