Staupe beim Hund

Staupe beim Hund tritt nach wie vor auf, teilweise auch gehäuft. Hundebesitzer sollten sich mit dem Thema befassen, denn die Viruserkrankung ist nicht harmlos. Ansteckungen lassen sich aber unterbinden.

Hund hat ein beschädigtes Fell

Überblick

  1. Was Staupe ist
  2. Wie sich Hunde mit Staupe anstecken
  3. Woran du Staupe erkennen kannst
  4. So behandelst du Staupe
  5. Wie du deinen Hund schützen kannst

Gefahr durch Staupe beim Hund

Gegen die Staupe (lat. canine distemper) werden Hunde inzwischen geimpft. Diese Impfung wurde um 1960 eingeführt. Zuvor war die Staupe beim Hund dessen verlustreichste Virusinfektion. Es ist jedem Besitzer anzuraten, den Hund impfen zu lassen.

Die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung sind zwar heute ungleich höher als vor Jahrzehnten, doch bei ungenügendem Impfschutz und auch einem mangelhaften Immunisierungsgrad von bestimmten Populationen (Rassen, regional gehaltenen Hunden) kann es nach wie vor zu einer Epidemie mit sehr hoher Mortalität kommen.

So eine Epidemie trat von 1994 bis 1995 in Finnland auf. Mehrere Hundert Hunde starben. Die Ausbreitung der Staupe wurde durch Impfen gestoppt. Nachdem ~70 % aller Welpen in der betroffenen Region geimpft worden waren und damit eine sogenannte Herdenimmunität entstanden war, kam die Epidemie zum Stillstand.

Was ist die Staupe beim Hund?

Die Erkrankung wird durch das Staupevirus verursacht und ist hoch ansteckend. Sie befällt Hunde und Hundeartige. Der Staupevirus ist ein RNA-Virus (Paraymyxvirus), der dem Masernvirus ähnelt. Zwar können sich auch Hauskatzen damit infizieren, sie zeigen aber keine Symptome. Wegen dieser Möglichkeit kommt es manchmal zur (falschen) Gleichsetzung der Hunde- mit der Katzenstaupe (Panleukopenie). Letztere ist auch als Katzenpest oder -seuche bekannt. Sie hat aber bis auf die irreführende Begrifflichkeit nichts mit der Staupe beim Hund zu tun.

Ihr Erreger ähnelt vielmehr dem Parvovirus, der Hunde und andere Arten befällt und die Ringröteln auslöst.

Von der Staupe beim Hund haben zwar praktisch alle Hundebesitzer schon einmal gehört, sie vermuten aber irrtümlich, dass sie im Deutschland und im gesamten D.A.CH.-Gebiet selten bis nicht auftritt oder gar ausgerottet sei. Das stimmt ausdrücklich nicht. Hierzulande sind geimpfte Hunde sicher vor der Erkrankung, die nichtsdestotrotz viele hundeartige Wildtiere befällt. Dazu gehören:

  • Frettchen
  • Fuchs
  • Nerz
  • Wiesel
  • Wolf
  • Iltis
  • Baum- und Steinmarder
  • Dachs
  • Marderhund
  • Fischotter
  • Waschbär

An deren in der Natur hinterlassenen Sekreten und Exkreten kann sich der Hund anstecken. Die genannten Arten sind typisch für Mitteleuropa. In anderen Weltregionen zählen zu den Hundeartigen auch Kojoten, Dingos und Schakale.

Da in der Regel nicht jeder Hund geimpft wird und die Infektion unter den Hundeartigen vorhanden ist, tritt durch den Kontakt mit den Wildtieren auch in Deutschland und Mitteleuropa immer wieder die Staupe beim Hund auf.

Man vermutet als Ursachen die zunehmende Impfmüdigkeit von Besitzern und den stärkeren Import von Tieren ohne Impfschutz. Auch nimmt der Kontakt mit Wildtieren zu.

Diese sind zunehmend mit dem Verlust von Lebensräumen konfrontiert, die der Mensch mit seinem Hund in Anspruch nimmt. Gleichzeitig schaffen neue Grün- und Ackerflächen für die Wildtiere ein attraktives Nahrungsangebot.

Durch ihre schnelle Anpassungsfähigkeit rücken diese näher an den menschlichen Lebensraum heran. Sie bringen das Virus mit, das für den nicht geimpften Hund gefährlich ist. Infizieren kann sich grundsätzlich jedes Tier in jedem Alter. Folgende vier Gruppen sind aber besonders betroffen:

  • #1 Welpen, die das Virus während der Schwangerschaft der Mutter aufnehmen oder in den ersten Lebensmonaten von dieser angesteckt werden
  • #2 alte und kranke Tiere, die durch ihre Schwäche anfälliger für eine Viruserkrankung sind
  • #3 jagdaktive Hunde, die stärkeren Kontakt mit Wildtieren haben
  • #4 Tiere ohne Impfschutz

Die Wildtiere, die das Virus in sich tragen, können keinesfalls ausgerottet werden. Das verbietet der Tierschutz. Daher müssen Hundebesitzer die Gefahren der Krankheit kennen und ihren Vierbeiner durch Impfung und andere Maßnahmen davor schützen.

Wie erfolgt die Ansteckung mit Staupe?

Die Staupe beim Hund wird durch Sekrete und Exkrete übertragen, also durch Körperflüssigkeiten wie Nasen- und Augensekret, Speichel, Kot und Urin. Die Tiere belecken sich, niesen sich an oder nehmen das Virus mit verunreinigtem Wasser und manchmal auch Futter auf. Die Übertragung durch Objekte geschieht eher selten. Das wäre der Futternapf im Freien, aus dem ein infiziertes Wildtier und anschließend der Hund fressen.

So eine Übertragung ist nur bei hoher Virenlast wahrscheinlich, also bei einem sehr stark infizierten Wildtier und einem zeitlich sehr kurzen Abstand zwischen den beiden Fressvorgängen.

Auch die indirekte Erregerübertragung über die Kleidung oder die Hände von Besitzern ist sehr unwahrscheinlich. Staupeviren sind per se nicht besonders widerstandsfähig, das ist die gute Nachricht. Sie überleben ohne Wirt nur kurzzeitig. Nach einschlägigen Forschungen halten sie sich wie folgt:

  • bei direkter Sonneneinstrahlung im Freien: maximal 14 Stunden
  • auf Kleidung: nur bei sehr hoher Virenlast über 24 Stunden
  • an Händen: nach gründlichem Händewaschen oder -desinfektion gar nicht
  • bei Hitze: nach Erwärmung über 56 °C erfolgt Absterben nach 30 Minuten
  • bei Kälte: kein Absterben, selbst nicht durch tiefen Frost – Erreger hält sich über Jahre
Staupe hat das Fell und die Haut eines Hundes kaputt gemacht

Staupe beim Hund erkennen

Um die Staupe zu erkennen, ist eine Kenntnis der möglichen Krankheitsverläufe wichtig. Nach der Infektion breitet sich das Virus in der Milz, im Knochenmark und in den Lymphknoten aus. Die ersten Staupe Symptome treten nach drei bis sieben Tagen auf. Der Infektionsverlauf ist grundsätzlich zyklisch. Die Dauer liegt zwischen einer Woche bis zu einigen Monaten. Es gibt sehr unterschiedliche Verläufe. In der akuten Form scheidet das Tier ab dem fünften Tag die Staupeviren aus. Diese wirken in der intestinalen Form vor allem im Verdauungstrakt. Dabei sind folgende Staupe Symptome zu beobachten:

Bei der respiratorischen Form betrifft die Erkrankung die Atemwege. Die Staupe Symptome sind nun:

  • eitriger und zum Teil blutiger Ausfluss aus der Nase und den Augen
  • Husten
  • Bronchitis oder gar Lungenentzündung

Die Staupe kann zu Folgeerscheinungen wie Schwäche, Dehydration, Bindehautentzündung (schlimmstenfalls Erblindung) und Schleimhautinfektionen führen. Die Schleimhäute widerstehen dann auch Bakterien nicht mehr richtig. Wenn Besitzer immer noch nicht die Staupe erkennen und zum Tierarzt gehen, greift die Erkrankung das Nervensystem an. Diese neurologische Form der Staupe beim Hund kann zu Nervenentzündungen und einer Gehirnhautentzündung, zu Wesenveränderungen, Krämpfen, Zwangsbewegungen (Staupe-Tics) und Nervenlähmungen führen.

Darüber hinaus gibt es auch noch eine kutane Form der Staupe beim Hund, die mithin die Haut betrifft.

Sie ist durch Hautveränderungen am Nasenspiegel des Hundes zu erkennen. Die Haut am Pfotenballen kann übermäßig verhornen (Hard pad disease). Es sind überdies auf der gesamten Haut Furchen, Risse, Pusteln und Bläschen festzustellen. Zu sehen sind sie an den unbehaarten Stellen, also an den Innenseiten der Ohren und Schenkel. Bei jungen Tieren treten Zahnschmelzdefekte auf.

Staupe beim Hund behandeln

Die Diagnose einer Staupe beim Hund muss klinisch erfolgen. Nach der Verdachtsdiagnose auf Staupe werden immunologische Tests aus einem Schleimhautabstrich sowie gegebenenfalls aus Urin- und Blutproben vorgenommen.

Wenn Tierärzte die Staupe behandeln, dämmen sie zunächst die Symptome ein. Der Hund muss auch wieder stärker werden. Das soll die Folgeinfektionen durch Bakterien unterbinden, die genauso prekär wie das Staupe-Virus wirken können. Dieses kann im Körper zurückgedrängt werden, bis dieser eine flexible Immunantwort aufgebaut hat. Bei höherem Schweregrad wird der Tierarzt eine stationäre Aufnahme vorschlagen, um die Staupe zu behandeln.

Schutz vor dem Staupevirus

Die Vierbeiner sollten nicht in Wald und Flur ungebremst durch das Unterholz streunen. Dort finden sie die Hinterlassenschaften anderer Wildtiere, die möglicherweise infiziert sind. Den besten Schutz vor dem Staupevirus bietet freilich eine Schutzimpfung.


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