Getreidefreies Hundefutter

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Autor: Stela E. Seemann

Hundeernährungsberaterin

Kaum eine Frage beschäftigt Hundebesitzer, wie ob sie Ihrem Hund mit Getreide füttern können oder doch lieber zu einem Hundefutter ohne Getreide greifen sollten. Getreidefreies Hundefutter scheint inzwischen zur Norm geworden zu sein. Kaum eine Internetseite ist in der Lage eine definitive Antwort auf die Frage zu geben „Können Hunde Getreide essen? „. Die Antworten gehen klar auseinander.

Ein Beagle in einem Weizenfeld

In diesem Beitrag versorgen wir Sie mit allen Informationen, die Sie benötigen, um diese Frage für sich selbst beantworten zu können.

Überblick

  1. Warum Getreide so unbeliebt ist
  2. Getreidefreiheit als Qualitätsmerkmal
  3. Dürfen Hunde Getreide fressen?
  4. Fressen Wölfe Getreide?
  5. Hund vs. Wolf

Dürfen Hunde Getreide essen?

Getreide ist nicht giftig für Hunde. In manchen Fällen können Hunde allergisch auf bestimmte Getreidearten reagieren. Diese Allergien werden nicht durch das gefressene Getreide verursacht, sondern bestehen bereits bevor davor.

Eine Lebensgefahr besteht für Ihren Hund nicht, wenn er Getreide frisst. Hat Ihr Hund eine Allergie, ist es ähnlich wie mit der Laktoseintoleranz, die viele Hunde haben und trotzdem Milchprodukte zu sich nehmen. Ihr Hund nimmt keinen ernsthaften Schaden, dass Futter mit Getreide ist für ihn nur weniger bekömmlich.

Warum ist Hundefutter ohne Getreide im Trend?

Wir Menschen werden immer ernährungsbewusster. Wenn auch behäbig geht die Tendenz eindeutig in Richtung gesunder natürlicher Ernährung. Der Begriff „Superfood“ gehört inzwischen zum viel verwendeten Wortschatz, wo er vor 10 Jahren noch für breites Schulterzucken gesorgt hätte. Laktoseintoleranz und Glutenunverträglichkeit wurden vor wenigen Jahren noch müde belächelt, gelten inzwischen doch als erwiesen und akzeptiert. Dieses Ernährungsbewusstsein hat auch den Siegeszug von Hundefutter ohne Getreide eingeläutet.

Was man nicht selbst frisst

Getreidefreie Ernährung liegt zweifellos im Trend. Immer mehr Menschen verzichten ganz bewusst auf den Konsum von Getreide, um alle damit verbunden negativen Folgen zu vermeiden. Liebende Hundebesitzer wollen das Beste für Ihren Hund und möchten das er sich genau so gesund ernährt, wie sie es machen.

Massenanbau wird immer unbeliebter

Die Nachrichten sind voll mit Schlagzeilen über krebsverursachende Pestizide, riesige Konzerne, die Profit vor Gesundheit der Konsumenten stellen und verursachten gesundheitlichen Schaden mit gigantischen Strafzahlungen kompensieren sollen.

Kaum eine Industriesparte hat so viel Ruf verloren, wie der großlandwirtschaftliche Massenanbau.

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Getreidefreies Hundefutter als Qualitätsvermutung

Verzichtet ein Hundefutter auf Getreide wird es als qualitativ hochwertig wahrgenommen. Der Gedankengang ist leicht nachzuvollziehen. „Wenn das Hundefutter ohne Getreide ist, sind bestimmt auch keine anderen Inhaltsstoffe enthalten, die nicht gut für meinen Hund sind“. Hundebesitzer haben also bereits eine gewisse Qualitätsvermutung, bevor sie das Hundefutter ausprobieren. Jeder möchte den Napf seines Hundes nur mit dem besten füllen und nimmt die Getreidefreiheit als Qualitätsmerkmal dankend an.

Kann ich meinen Hund mit Getreide füttern?

Verträgt Ihr Hund Getreide, gibt es keinen Grund ihm Hundefutter mit Getreide vor zu enthalten. Reis, Mais, Weizen und Co werden oft durch Kartoffeln, Karotten und Kürbis ersetzt. Sieht man sich lediglich die Kohlenhydratquelle des Futters an, spielt es kaum eine Rolle, ob die Kohlenhydrate von Getreide oder einem Substitut stammen.

Tatsächlich enthält Weizengluten mehr als 80 Prozent Protein, ist zu 99 Prozent verdaulich und hat ein Aminosäureprofil, das Fleischproteinen ähnlich ist.

Ihr Hund benötigt nicht nur Protein, Kohlehydrate und Fett. Das macht weder getreidefreies Hundefutter noch Hundefutter mit Getreide zum Allheilmittel.

Ein Beagle wird mit getreidefreiem Hundefutter gefüttert

Beispielsweise finden Karotten oft als Ersatz von Getreide ihren Platz in Hundefutter und strotzen vor Vitaminen, die wichtig für Ihren Hund sind.

Der Schlüssel ist eine ausgewogene Diät, die nicht beim Futter aus der Dose endet.

Um Ihren Hund mit allem zu versorgen, dass er braucht, sollten Sie Ihren Vorratsschrank mit leckeren, gesunden Snacks erweitern die Ihrem Liebling alles geben, das er braucht. Können Sie Ihren Hund also mit Hundefutter füttern, das Getreide beinhaltet? Ja, wenn er es verträgt und es ihm schmeckt, spricht nichts dagegen, ihn mit getreidehaltigem Futter zu versorgen solange Sie dafür Sorgen das er die für ihn so wichtigen Vitamine erhält.

Achten Sie darauf das es sich um ein hochwertiges Hundefutter handelt, ob mit oder ohne Getreide.

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Fressen Wölfe Getreide?

Wölfe sind Karnivoren. Karnivoren sind Fleischfresser. Macht das den Hund auch zu einem Fleischfresser, da er ja vom Wolf abstammt? Nein. Zum Fleischfresser wird man nicht, wenn Fleisch zur Ernährung gehört man also kein Vegetarier ist, auch wenn es der Name vermuten lässt. Sie und ich, wir sind keine Fleischfresser.

Ein sogenannter Karnivore frisst ausschließlich Fleisch. Wenn Sie versuchen würden mehrere Wochen nur Fleisch zu essen und nichts anderes, würde es Ihnen höchstwahrscheinlich innerhalb kürzester Zeit sehr schlecht gehen.

Woran liegt das?

Essen Sie und ich ausschließlich Fleisch fehlen uns viele Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien, die wir durch eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung erhalten.

Wie schaffen es Wölfe, nur Fleisch zu fressen?

Wölfe fressen, was sie erfolgreich gejagt haben fast immer vollständig auf. So fressen Wölfe auch den Darminhalt der erlegten Tiere. Im Darm der typischen Beutetiere eines Wolfs, abhängig wo er lebt, (in Deutschland hauptsächlich, nicht ausschließlich: Rehe, Rothirsche, Wildschweine. Hasen und Mäuse) befinden sich oft noch unverdaute Reste von Beeren, Gras etc. Diese Reste werden vom Wolf mit gefressen.

Getreide steht nicht auf dem Speiseplan der Wölfe, wenn Sie auch manchmal durch erlegte Beutetiere unfreiwillig Getreide fressen.

Verdauungsunterschiede zwischen Wolf und Hund

Der Wolf und der Hund teilen sich einen eurasischen Vorfahren von dem beide abstammen. In Fachkreisen wird immer noch darüber diskutiert, wann genau das geschah (vor 10000 bis 15000 Jahren). So ähnlich sich der Hund und der Wolf auch seien mögen, in mancher Hinsicht unterscheiden sie sich doch sehr stark.

So verfügen Hunde über Gene, die es ihnen erlauben, weitaus mehr Stärke zu verdauen als es der Wolf kann. Man vermutet, dass viele dieser Abweichungen auf die Domestizierung der Hunde zurückgeht. So wurden Hunde früher viel mit landwirtschaftlichen Abfällen gefüttert und die Hunde haben sich angepasst, um das Futter verdauen zu können.

Auch Menschen waren früher nicht in der Lage Stärke zu verdauen, jedenfalls bei Weitem nicht in dem Ausmaß, wie es heute der Fall ist. Das Erbgut passt sich eben den Lebensbedingungen an.