Morbus Addison beim Hund

Ein Morbus Addison beim Hund (auch: Hypoadrenokortizismus) ist eine seltene Krankheit der Nebennierenrinde. Sie ist potenziell lebensbedrohlich. Die primäre Nebenniereninsuffizienz (abzugrenzen von sekundären Nebenniereninsuffizienzen) führt zu einer Unterfunktion und teilweise zu einem kompletten Funktionsverlust der Nebennieren. Hierbei handelt es sich um kleine Drüsen auf den vorderen Nierenpolen. Man teilt sie in den Rinden- und den Markbereich. Sie produzieren lebenswichtige Hormone und schütten diese ins Blut aus.

Ein golden Retriever wird wegen Morbus Addison behandelt

Überblick

  1. So oft kommt Morbus Addison vor
  2. Dadurch wird die Krankheit verursacht
  3. Das sind die Symptome/a>
  4. Die Diagnose
  5. Therapie von Morbus Addison beim Hund

Morbus Addison beim Hund: Was passiert da?

Dem Hund fehlen durch die Unterfunktion seiner Nebennierenrinde wichtige Hormone, welche diese normalerweise ausschüttet. Das ist beispielsweise Cortisol, das als natürliches Kortison zu den Glukokortikoiden gehört und in Stresssituationen wichtige Stoffwechselprozesse reguliert. Daher nennt man es gern „Stresshormon“.

An der Reaktion auf Stress kann man daher unter Umständen auch Morbus Addison beim Hund erkennen: Er reagiert unnormal, vor allem ist er viel weniger stressresistent (als es Frauchen oder Herrchen von ihm bislang kannten).

Das ist aber nicht der einzige Effekt von Morbus Addison beim Hund. Neben dem Cortisol entsteht in den Nebennieren nämlich auch Aldosteron. Dieses Mineral-Glukokortikoid, ein sogenanntes Dursthormon, reguliert den Wasser- und damit auch den Mineralstoffhaushalt im Hundekörper. Wenn es fehlt, fällt die Natriumkonzentration sehr stark, wohingegen der Kaliumspiegel ansteigt. Das Tier trinkt dann unnormal.

Wie oft kommt Morbus Addison beim Hund vor?

Die Häufigkeit von Morbus Addison beim Hund ist sehr gering. Der gegenteilige Fall, nämlich Morbus Cushing bzw. Hyperadrenokortizismus (eine Überfunktion der Nebennieren) ist deutlich häufiger anzutreffen. Am ehesten sind noch weibliche Tiere großer Rassen von der hormonellen Erkrankung betroffen. Bei ihnen tritt sie bevorzugt in jungen und mittleren Lebensjahren auf. Allerdings kann Morbus Addison prinzipiell jeden Hund treffen.

Morbus Addison beim Hund Ursachen

Die Morbus Addison Ursachen sind beim Hund sehr vielfältig. Sie sind auch noch nicht vollständig erforscht. Es gibt einen primären sowie den sekundären Morbus Addison:

Primärer Morbus Addison beim Hund

Diese Erkrankung geht von der Nebenniere aus. Die Mehrzahl aller betroffenen Hunde leiden unter der primären Form, bei der Nebennierengewebe zerstört wurde. Die Nebennierenrinde ist der bevorzugte Krankheitsherd. Auf ihr läuft die Produktion von Aldosteron und Cortisol.

Wenn durch den Morbus Addison beim Hund funktionstüchtige Zellen fehlen, sinkt die Hormonproduktion stark ab. Der Spiegel von Aldosteron und Cortisol sinkt dadurch im Blut so stark, dass die typischen Morbus Addison Symptome sichtbar werden.

Der typische Morbus Addison zeichnet sich durch eine Verschiebung der Elektrolytkonzentration durch fehlendes Aldosteron aus. Wenn Cortisol fehlt, spricht man von der atypischen Variante. Die Schäden des betreffenden Drüsengewebes haben folgende Ursachen:

  • Vererbung: Bestimmte große Rassen haben ein höheres endogenes (durch Vererbung übertragenes) Risiko der betreffenden Erkrankung. Dazu gehören unter anderem die Deutsche Dogge, der Leonberger und der Großpudel.
  • Autoimmunerkrankungen: In diesem Fall bildet der Körper Immunzellen, die einen Angriff auf körpereigene Zellen starten. Dieser kann auch die Nebennieren beschädigen.
  • Erkrankungen und Medikamente: Infektionen, Tumore und übermäßige Medikamentengaben etwa von Kortison mit Glukokortikoiden wirken sich negativ auf die Nebennierenrinde aus. Häufig entsteht Morbus Addison beim Hund erst dann, wenn die Medikation abgesetzt wird. Die Nebennieren können dann nicht schnell genug neues Cortisol bilden. Der medizinische Fachbegriff dafür ist iatrogener Morbus Addison. In seltenen Fällen löst sogar eine Nebennierenüberfunktion, also der vorn beschriebene Morbus Cushing, am Ende ein Totalversagen der Nebennierenfunktion aus.

Sekundäre Morbus Addison Ursachen

Dieser Morbus Addison beim Hund geht von der Hypophyse aus. Diese ist gestört. Die Störung kann auch im Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns) auftreten. Diese beiden übergeordneten Steuerzentren regulieren die Hormonaktivität der Nebennieren über das ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) und das CRH (Corticotropes Releasing Hormon). Wenn ACTH fehlt oder CRH im Übermaß gebildet wird, unterbleibt die Cortisolbildung.

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Morbus Addison Symptome beim Hund

Die Morbus Addison Symptome unterscheiden sich je nach dem Fehlen von Cortisol und/oder Aldosteron. Wenn Aldosteron fehlt und sich dadurch die Haushalte von Kalium und Natrium verschieben, sind die Symptome stärker. An den nachfolgend aufgeführten Symptomen kannst du Morbus Addison beim Hund erkennen:

  • Schwäche, depressives Verhalten, schlechtes Allgemeinbefinden
  • Magen-Darm-Beschwerden mit starkem Durchfall (manchmal mit Blutbeimengungen), Appetitlosigkeit, Erbrechen und Abmagerung
  • Polyurie und Polydipsie (vermehrtes Trinken und Harnabsetzen)
  • Muskelzittern, teilweise Krämpfe
  • Addison-Schock mit Herz-Kreislauf-Versagen, Schwäche, Unterkühlung, niedrigem Blutdruck und Hyperkaliämie (Lebensgefahr durch plötzlichen Kaliumanstieg)

Tierarzt informiert eine Hundebesitzern über Morbus Addison

Die Diagnose

Für eine Diagnose muss der Hund zum Tierarzt. Die meisten Besitzer haben weder Fachkenntnisse noch ausreichend Erfahrung, damit sie einen Morbus Addison beim Hund erkennen können. Er tritt selten auf, die Symptome können unspezifisch bzw. sehr variabel sein. Wenn jedoch der Hund erbricht, gleichzeitig starken Durchfall hat und zusätzlich sehr schwach wirkt, wird der Besitzer mit ihm zum Tierarzt gehen. Dieser kann oft schon durch die Erstanamnese Morbus Addison beim Hund erkennen, noch bevor er das Blutbild ausgewertet hat. Dieses zeigt dann die Elektrolytverschiebungen und das Fehlen oder Überschießen bestimmter Hormone. Eine Urinuntersuchung ist obligatorisch.

Das spezifische Gewicht des Harns, das dessen Dichte zeigt, ist sehr aufschlussreich. Hinzu kommen bildgebende Verfahren wie Ultraschall und Röntgen.

Sie zeigen in der Regel schmale Gefäße und verkleinerte Nebennieren – zusammen mit Blut- und Urinwerten ein klarer Hinweis auf Morbus Addison beim Hund. Die letzte Bestätigung liefert in der Regel ein ACTH-Stimulationstest auf den basalen Cortisolspiegel. Dabei wird Blut vor und nach einer ACTH-Gabe entnommen und untersucht, um festzustellen, ob sich der Cortisolspiegel durch das ACTH ändert. Bei einem gesunden Hund wäre das der Fall, der Cortisolgehalt würde steigen. Bei einem erkrankten Tier bleibt er hingegen unverändert.

Therapie von Morbus Addison beim Hund

Es gibt Langzeittherapien und Behandlungen von akuten Krisen. Für die Langzeittherapie erhält der Vierbeiner das Glukokortikoid Prednisolon und das Mineralkortikoid Fludrokortison. Bei einer akuten Morbus Addison Krise muss der Tierarzt Infusionen für die Stabilisierung des Kreislaufs geben, dem Tier Kristalloide wie Natrium zuführen und möglicherweise nach einem ACTH-Test verschiedene Glukokortikoide wie Methylprednisolon oder Dexamethason verabreichen.

Ein Kaliumüberschuss (Hyperkaliämie) lässt sich durch Kalziumgluconat beheben. Besitzer sollten bei so einer Krise schnell handeln, sie ist per se lebensgefährlich. Wenn die Krankheit frühzeitig erkannt wird, ist sie gut therapierbar. Bei einer entsprechenden Diagnose sollte der Hund möglichst stressarm leben.


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