Cushing Syndrom beim Hund

Das Cushing Syndrom beim Hund heißt in der medizinischen Fachsprache Hyperadrenokortizismus und ist eine gar nicht seltene Hormonerkrankung. Sie wird durch eine Funktionsstörung in der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) oder auch in der Nebenniere verursacht. Cushing beim Hund kann durch einen Tumor verursacht werden und muss behandelt werden, weil ansonsten die Prognose schlecht wäre.

Ein kleiner Hund wird wegen seines Cushing Syndroms behandelt

Überblick

  1. Ursachen für das Cushing Syndrom
  2. Symptome der Erkrankung
  3. Wie man das Syndrom behandelt
  4. Die Prognose des Cushing Syndroms

Cushing Syndrom beim Hund: Krankheitsbild

Morbus Cushing beim Hund entsteht, weil die Hypophyse oder die Nebenniere auf Dauer zu viel Kortisol produzieren. Wenn das Tier aus medizinischen Gründen über längere Zeit Glukokortikoide wie Kortison einnehmen musste, kann sich ebenfalls das Cushing Syndrom beim Hund entwickeln. Von allein tritt Cushing beim Hund bevorzugt bei diesen Rassen auf:

  • Pudel
  • Terrier
  • Dackel
  • Beagle
  • Boxer

In der Regel sind etwas ältere Tiere häufiger vom Morbus Cushing beim Hund betroffen. Auch erkranken typischerweise mehr weibliche als männliche Tiere. Die Morbus Cushing Symptome sind übrigens sehr vielfältig.

Unter anderem trinkt der Hund viel mehr und hat auch dauernd Hunger, weshalb er viel frisst und dabei einen Hängebauch entwickelt, den Tierärzte als Ausdruck einer „Stammfettsucht“ identifizieren, die typisch für das Cushing Syndrom beim Hund ist. Auch wird ein Fell stumpf, es tritt bei dünner Haut an verschiedensten Körperstellen Haarausfall (Alopezie) auf, das diagnostische Blutbild und Urinuntersuchungen bestätigen dann in der Regel Morbus Cushing beim Hund. Weitere bildgebende Verfahren unterstützen die Diagnose.

Ursachen für das Cushing Syndrom beim Hund

Morbus Cushing beim Hund kann exogene und endogene Ursachen haben. Die wichtigste endogene Ursache ist die beschriebene Überproduktion des Hormons Kortisol durch den Hund selbst. Die Bildung von Kortisol erfolgt in der Nebenniere. Damit diese das Kortisol bilden kann, benötigt sie ein Signal aus der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) über das Hormon ACTH, das ebenfalls ein Hormon ist und die Nebenniere dazu stimuliert, Kortisol zu produzieren.

Es können also die Kortisolbildung in der Nebenniere und auch die ACTH-Ausschüttung der Hypophyse gestört sein.

Letzteres wird vielfach bis überwiegend durch einen meistens gutartigen Tumor in der Hirnanhangdrüse ausgelöst. Dieser bewirkt, dass die Hirnanhangdrüse zu viel ACTH ausschüttet. Damit erhält die Nebenniere ein falsches Signal: Sie produziert deutlich zu viel Kortisol. In bis zu 85 % aller Fälle von Morbus Cushing beim Hund ist ein solcher Tumor die Ursache für die Erkrankung. Diese wird in so einem Fall fachsprachlich als hypophysäres Cushing Syndrom beim Hund bezeichnet.

In den restlichen Fällen ist ein Tumor der Nebenniere(n) verantwortlich für das Cushing beim Hund. Er bewirkt ebenfalls eine Überproduktion in der betroffenen Nebenniere (manchmal auch in beiden), wodurch selbst ohne den Einfluss des ACTH-Signals vermehrt Kortisol ausgeschüttet wird. Fachsprachlich handelt es sich um einen funktionellen Nebennieren-Tumor.

Die exogene Ursache für einen Cushing beim Hund ist eine übermäßige Gabe von Glukokortikoiden.

Diese erfolgt manchmal, wenn eine allergische oder entzündliche Erkrankung sehr lange oder mit zu viel Kortisongaben behandelt wurde.

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Morbus Cushing Symptome beim Hund

Es gibt vielfältige Symptome eines Cushing Syndroms beim Hund. Die dauerhaft erhöhte Kortisolproduktion wirkt sich praktisch in allen Körpergeweben und Organen aus. Morbus Cushing Symptome sind im Überblick:

  • Der Hund frisst und trinkt mehr (Polyphagie, Polydipsie).
  • Durch die erhöhte Wasseraufnahme setzt das Tier häufiger Urin ab.
  • Das vermehrte Fressen führt zum Hängebauch, während die Extremitäten in Relation zum Bauch weiter recht schlank erscheinen. Dieser Zustand wird als „Stammfettsucht“ bezeichnet.
  • Es kommt zu Alopezie (Haarausfall). Betroffen sind vorrangig der Bauch, die Flanken und die Ohren, manchmal aber auch der komplette Körper. Generell wird das Fell dünner und stumpfer.
  • Durch das Cushing Syndrom beim Hund wird dessen Haut dünner. Zu erkennen ist das an durchscheinenden Gefäßen, eine stellenweise dunklere Hautfärbung und das Auftreten von „Mitessern“.
  • In der Haut können sich gräulich-weiße Kalziumenlagerungen bilden (Calcinosis cutis).
  • Beim Rüden werden die Hoden kleiner, bei Hündinnen sinkt die Läufigkeit stark oder bleibt ganz aus.
  • Es ist eine Zurückbildung von Muskeln zu beobachten. Das Tier wird schwächer.

Das Cushing Syndrom beim Hund löst unterschiedlich starke Symptome bei einzelnen Tieren aus. Sie können unter Umständen schwach ausfallen. Zusätzlich können weitere Erkrankungen auftreten, so beispielsweise ein Cushing-bedingter Diabetes mellitus.

Cushing Syndrom beim Hund behandeln

Zunächst muss der Tierarzt eine exakte Diagnose erstellen. Das Cushing Syndrom beim Hund lässt sich durch Blut- und Urinuntersuchungen sowie durch einen Hormonstimulationstest nachweisen. Hinzu kommen bildgebende Verfahren, darunter Ultraschall (Sonografie) oder MRT (Magnet-Resonanz-Tomografie).

Für die Behandlung muss die konkrete Ursache (endogen oder exogen, siehe oben) bekannt sein.

Ein Hund mit Cushing Syndrom wird vom Tierarzt behandelt

In der Regel erhält der Hund zunächst Medikamente, mit welchen sich die Ausschüttung des Kortisols aus den Nebennieren einstellen lässt. Der Erfolg muss durch häufige Untersuchungen der Blutwerte kontrolliert werden. Gegebenenfalls passt der Tierarzt die Medikamentendosis entsprechend an. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil zu niedrige Kortisolwerte ebenfalls prekäre Folgen haben. Sie können zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen, deren Symptome denen der Addison-Krankheit entsprechen.

Wenn ein Tumor die Ursache für ein Cushing Syndrom beim Hund ist, lässt sich die betroffene Nebenniere operativ entfernen. Auch eine Bestrahlung kann erfolgreich sein.

Sollte eine exogene Ursache – zu hohe Kortisolgaben – vorliegen, müssen diese sofort reduziert werden, wenn sie der Hund noch erhält. Die Reduktion muss allmählich erfolgen (sogenanntes „Ausschleichen“), weil Kortisol niemals schlagartig abgesetzt werden darf. Das könnte einen lebensbedrohlichen Zustand herbeiführen. Manche Grunderkrankungen erfordern auch die weitere Kortisolgabe. In diesem Fall muss der Tierarzt eine Abwägung zur richtigen Dosis treffen. Er muss dennoch das Cushing Syndrom behandeln.

Cushing Syndrom beim Hund: Prognose

Die Prognose hängt absolut von der Ursache des Syndroms ab. Da der Tierarzt grundsätzlich das Cushing Syndrom behandeln kann, ist eine Verlängerung der Lebensdauer um mehrere Jahre immer möglich.

Sollte ein gutartiger Tumor der Hypophyse vorliegen, ist die Prognose relativ gut.

Sollte eine exogene Ursache die Krankheit ausgelöst haben, die sich ändern lässt, bestehen ebenfalls gute Chancen auf Heilung bzw. einen besseren Zustand des Tieres.

Wenn ein bösartiger Tumor beide Nebennieren befallen hat, was eher selten vorkommt, aber nicht auszuschließen ist, ergibt sich leider eine deutlich schlechtere Prognose. Unbehandelt ist die Erkrankung sehr gefährlich und endet oft tödlich. Tumoren lässt sich leider auch nicht vorbeugen. Wenn aber ein Hund wegen anderer Krankheiten Kortisol erhält, sollten die entsprechenden Blut- und Urinwerte relativ engmaschig überprüft werden. Tierärzte raten regelmäßig dazu.


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