Ehrlichiose beim Hund

Die Ehrlichiose wird beim Hund durch Rickettsien hervorgerufen. Das ist eine Bakterienart, die auch für verschiedene andere Infektionskrankheiten verantwortlich, so unter anderem die Anaplasmose. Die Übertragung erfolgt durch Zecken. Wenn diese den Hund stechen und dann sein Blut saugen, übertragen sie die Rickettsien, falls sie diese in sich tragen. Das ist nicht immer zwingend, weshalb nicht jeder Zeckenbiss das Zeckenfieber beim Hund auslöst.

Am häufigsten kommt die Ehrlichiose beim Hund durch den Biss einer braunen Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) vor. Diese lebt überwiegend im Mittelmeerraum. Aus diesem Grund ist die Ehrlichiose beim Hund überwiegend eine Reise- oder Mittelmeerkrankheit. Die Zecke wurde allerdings inzwischen na ch Deutschland eingeschleppt.

Ein an Ehrlichiose leidender Hund liegt im Bett

Überblick

  1. Verlauf der Ehrlichiose
  2. Ehrlichiose erkennen
  3. Diagnose der Krankheit
  4. Wie man die Erkrankung behandelt
  5. So beugst du der Ehrlichiose vor

Generelle Gefahr durch Zecken

Zecken sind generell für Menschen und Tiere gefährlich, weil sie bekanntermaßen verschiedenste Infektionskrankheiten übertragen (beim Menschen: Meningoenzephalitis und Borreliose).

Neben der Ehrlichiose beim Hund überträgt die braune Hundezecke beispielsweise auch noch die oben genannte Anaplasmose und die Babesiose. Daher sollten Hundebesitzer generell auf einen Zeckenbefall achten und diesen wenn möglich vermeiden.

Die Zecken halten sich bekanntermaßen im hohen Gras am Waldrand oder auf Wiesen auf.

Übrigens könnten die Bakterien auch durch kontaminierte Kanülen etwa bei einer Bluttransfusion übertragen werden, doch bei Einhaltung der hygienischen Standards sollte dieser Weg eigentlich auszuschließen sein. Theoretisch wäre sogar eine Übertragung von Menschen auf Tiere möglich, allerdings gibt es hierfür bislang keine Belege bzw. nachgewiesene Fälle. Am ehesten siedeln die Ehrlichien als Untergruppe der Rickettsien (intrazelluläre Bakterien) im Speichel von braunen Hundezecken, wo sie sich bis zu einem halben Jahr halten. Daher lässt sich die Ehrlichiose beim Hund am ehesten vermeiden, indem Besitzer ihren Hund vor einem Zeckenbefall schützen.

Eine Zecke auf weißem Hintergrund

Wenn die Bakterien ins Blut gelangt sind, befallen sie Monozyten und Lymphozyten (Blutzellen), die eigentlich als Blutkörperchen das angeborene Immunsystem unterstützen. Die Ehrlichien vermehren sich gerade in den Monozyten sehr stark und tarnen sich vor dem Immunsystem. Dadurch können sie sich in kurzer Zeit im Körper ausbreiten.

Verlauf der Ehrlichiose beim Hund

Die Infektion beginnt mit dem Saugakt der Zecke. An diese schließt sich eine ein- bis dreiwöchige Inkubationszeit an. Die nachfolgende Symptomatik der Ehrlichiose lässt sich in drei Stadien einteilen:

#1 Akutes Stadium

In den ersten zwei Wochen nach dem Ausbruch vermehren sich die Ehrlichien in den Lymphozyten und Monozyten sehr stark. Diese infizierten Blutzellen docken an die Gefäßwände verschiedener Organe an. Betroffen sind unter anderem die Niere und die Lunge. Dort entzünden sich die Gefäße. Auch schwere Organschäden sind möglich.

#2 Subklinisches Stadium

Ein subklinisches Stadium ist ein stilles Stadium ohne Symptomatik der Ehrlichiose. Allerdings sind die Blutparameter nach wie vor messbar verändert. Das Immunsystem produziert in dieser Phase bestimmte Proteine als Antikörper, mit denen es die betroffenen Blutzellen bekämpft. Sollte das Immunsystem imstande sein, alle infizierten Blutzellen zu zerstören, würde es die vorhandenen Ehrlichien vollständig eliminieren. Das gelingt aber nicht in jedem Fall, weil das Immunsystem nicht immer genügend Antikörper bildet. Er Erreger lebt also weiter. In so einem Fall könnte die Ehrlichiose noch jahrelang andauern.

#3 Chronisches Stadium

Aus #2 folgt #3: Das Immunsystem konnte nicht alle Ehrlichien besiegen, die Ehrlichiose wird beim Hund chronisch. Betroffen sind hiervon vor allem immunsuppressive Hunde, darunter sehr alte und auch sehr junge Tiere ohne ausreichende Immunabwehr sowie anderweitig erkrankte Tiere.

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Ehrlichiose beim Hund erkennen

Die Symptomatik des Zeckenfiebers beim Hund hängt vom Schweregrad und vom jeweiligen Stadium der Erkrankung ab. In vielen Fällen verläuft eine Ehrlichiose ohne Symptomatik. Wenn Symptome auftreten, stellen sich diese wie folgt dar:

Im akuten Stadium:

  • Schwäche und Müdigkeit
  • Fieber
  • schlechteres Allgemeinbefinden
  • Gewichtsverlust
  • Ödeme (Wassereinlagerungen)
  • Magen-Darm-Symptomatik, darunter Erbrechen und Durchfall
  • Nasenbluten durch Gefäßwandschäden (Epistaxis)

Im subklinischen Stadium:

  • Die Symptomatik steht still. Daher ist kaum eine Ehrlichiose des Hundes zu erkennen.

Im chronischen Stadium:

Wenn Besitzer im chronischen Stadium nicht die Ehrlichiose des Hundes erkennen und entsprechend reagieren, könnte er sterben.

Diagnostik einer Ehrlichiose beim Hund

Wenn der Arzt eine Anamnese zum Zeckenfieber beim Hund durchführt, wird er immer nach einem Auslandsaufenthalt fragen. Bei Verdacht auf Ehrlichiose entnimmt er eine Blutprobe und leitet spezielle labordiagnostische Tests ein. Das allgemeine Blutbild hilft bei der Einschätzung der Zahl von unterschiedlichen Blutzellen. Sollte eine Ehrlichiose beim Hund vorliegen, gibt es im Blut weniger Blutplättchen (Thrombozytopenie), weniger weiße Blutkörperchen (Leukopenie) und weniger rote Blutkörperchen (Anämie). Auch der Eisengehalt ist meistens stark erniedrigt.

Im akuten Stadium der Erkrankung weisen die Monozyten weitere spezifische Eigenschaften auf, die auf den Befall hindeuten. Auch der indirekte Antikörpernachweis ist möglich, der auf eine Reaktion des Immunsystems gegen den Erreger hinweist. Diese Antikörper produziert das Immunsystem aber erst in der subklinischen Phase.

Darüber hinaus schlagen Antikörpertests grundsätzlich beim Vorhandensein von Antikörpern an, das ist schließlich ihr Sinn.

Die Antikörper könnte das Immunsystem aber auch schon während einer früheren (unbemerkt verlaufenen) Erkrankung produziert haben. Es gibt neben der Laboruntersuchung des Blutes noch weitere diagnostische Möglichkeiten. Der Ultraschall (beim lebenden Hund) oder die Obduktion des leider verstorbenen Hundes zeigen eine angeschwollene Leber (Hepatomegalie) oder Milz (Splenomegalie) sowie vergrößerte Lymphknoten. Letzteres, die sogenannte Lymphoretikuläre Hyperplasie, gilt als deutlicher Beleg für die Ehrlichiose beim Hund.

Ehrlichiose beim Hund behandeln

Es gibt verschiedene Medikamente, mit denen sich eine Ehrlichiose beim Hund behandeln lässt. Sie werden in unterschiedliche Medikamentengruppen eingeteilt:

  • Antibiotika: Doxyzyklin, Tetrazyklin oder Chloramphenicol (Achtung: Nebenwirkungen) in der akuten Phase
  • Antiprotozoika: Imidocarb
  • Symptomtherapie: Bluttransfusionen und Infusionen mit Elektrolyten

Tierärzte empfehlen grundsätzlich, schon im Frühstadium die Ehrlichiose des Hundes zu behandeln. Die Erfolgsaussichten steigen damit, eine Besserung kann in wenigen Tagen einsetzen. Sollte die Erkrankung chronisch werden, richtet sie meistens dauerhafte Schäden an.

Vorbeugung

Wenn Hundebesitzer Risikogebiete meiden, beugen sie schon sehr gut vor, jedoch können Zecken immer wieder in neue Gebiete vordringen. Wirksam ist der Einsatz von Akariziden. Das sind Biozide oder Pestizide gegen beißende Insekten, die in ein Halsband integriert werden können oder auch in Form von Spot Ons und Tabletten angeboten werden. Sie schützen noch vor weiteren Ektoparasiten. Darüber hinaus ist eine medikamentelle Prophylaxe möglich. Der Hund erhält dabei täglich eine Tablette Doxyzyklin. Nach Spaziergängen in Wald- und Wiesengebieten sollten Besitzer ihren Hund auf Zecken untersuchen.


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