Patellaluxation beim Hund

Die Patellaluxation ist beim Hund eine Verschiebung der Kniescheibe, die vor allem bei jungen Tieren Probleme verursacht. Die Kniescheibe sitzt nicht richtig in ihrer Führungsschiene. Es gibt typische Patellaluxation Symptome, vor allem die Gangveränderung des Hundes ist auffällig: Er entlastet das betroffene Hinterbein während eines oder mehrerer Schritte komplett, läuft aber zwischenzeitlich auch vollkommen normal. Die Kniescheibenluxation beim Hund wird im Prinzip vererbt. Für gewisse Hunderassen bedeutet sie den Zuchtausschluss.

Ein Hund mit einer Patellaluxation wird behandelt

Überblick

  1. Wie die Patellaluxation entsteht
  2. Welche Rassen oft betroffen sind
  3. Woran man sie erkennt
  4. Wann muss man zum Tierarzt
  5. Wie sie diagnostiziert wird
  6. So wird die Patellaluxation behandelt

Patellaluxation beim Hund: Aufgabe der Patella

Patella heißt die Kniescheibe des Hundes. Es sind am Kniegelenk vier Knochen beteiligt:

  • Oberschenkelknochen (Femur)
  • Schienbein (Tibia)
  • Wadenbein
  • Patella (Kniescheibe)

Die Patella verstärkt die Sehne, die den Unterschenkel mit dem Kniestrecker als großen Oberschenkelmuskel verbindet. Bei einer Streckung oder Beugung des Kniegelenkes schützt die Patella das System vor zu Abnutzung. Sie gehört damit zu den sogenannten Sesambeinen.

13 Bänder sind bei einem Hund insgesamt an der Kniegelenkfunktion beteiligt. Darunter sind die wichtigsten das gerade Kniescheibenband (zwischen Patella und Schienbein) sowie die Kreuz- und die Seitenbänder (jeweils zwei).

Die Kreuzbänder verbinden das Schienbein und den Oberschenkelknochen in einem Kreuz. Sie verhindern das gegenseitige Verschieben dieser beiden Knochen nach hinten oder vorn. Der Meniskus nimmt eine wichtige Pufferfunktion wahr. Er führt die Knochen bei Bewegungen und liegt als Kissen zwischen Schienbein und Oberschenkelknochen. Die umgebenden Muskeln sind für die Funktion des Kniegelenks mit verantwortlich. Insbesondere der M. quadriceps (großer Kniestrecker) hat enormen Einfluss auf die exakte Führung der Patella innerhalb der Rinne des unteren Oberschenkels.

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Wie entsteht die Patellaluxation beim Hund?

Wenn die Kniescheibe aus ihrer Führungsrinne springt, kommt es zur Luxation. Sie liegt nun nicht mehr unten im Oberschenkel, sondern außerhalb des Gelenkes (innen oder außen), wodurch sie ihre Funktion nicht mehr ausüben kann und außerdem gefährdet ist. Auch das Knie ist durch den wegfallenden Schutz der Patella gefährdet, denn meistens reißt infolge der Kniescheibenluxation beim Hund die Gelenkkapsel ein. Damit ist der Streckmechanismus des Kniegelenks gestört. Das führt zu deutlichen Schmerzen.

Welche Rassen sind besonders von der Patellaluxation beim Hund betroffen?

Die Kniescheibenluxation beim Hund trifft besonders Vertreter kleiner Rassen im ersten Lebensjahr. Es ist aber in den letzten Jahren eine Tendenz zum Auftreten der Patellaluxation beim Hund auch bei mittelgroßen oder richtig großen Hunden zu beobachten, bei denen die Kniescheibe eher nach außen luxiert (bei kleinen Hunden eher nach innen).

Warum das so ist, wissen Tierärzte mit Stand 2021 noch nicht.

Möglicherweise ist die Miniaturisierung von Hunderassen für die Kniescheibenluxation beim Hund mit verantwortlich. Das würde bedeuten: Wenn größere Rassen auf Kleinheit gezüchtet werden, bleiben ihre Vertreter natürlich immer noch größer als die von kleinen Rassen. Es tritt bei ihnen aber gehäuft die Patellaluxation beim Hund auf. Dass diese vererbt wird, weiß man schon seit vielen Jahren.

Wie lässt sich eine Patellaluxation beim Hund erkennen?

Es gibt bestimmte Patellaluxation Symptome:

  • Der Hund hüpft beim Gehen.
  • Zeitweise belastet er alle Beine ganz normal, zeitweise entlastet er vollkommen das entsprechende Hinterbein.
  • Der Hund wirkt lahm.
  • Manchmal hüpft das Tier unmotiviert.

Wer diese Patellaluxation Symptome beobachtet, sollte einen Tierarzt aufsuchen, und zwar vor allem dann, wenn sein Hund zu den Rassen mit einer Prädisposition gehört. Das sind unter anderem:

  • Chihuahuas
  • Pudel
  • Spitze
  • Yorkshire Terrier und weitere Kleinhunderassen.

Bei Appenzellern und Flat Coated Retrievern wird ebenfalls gehäuft die Patellaluxation beim Hund beobachtet.

Wann muss sich der Tierarzt unbedingt die Patellaluxation beim Hund anschauen?

Wenn Hundebesitzer die Patellaluxation erkennen, weil der Hund bei einem einzigen Spaziergang ein Bein mehrfach komplett entlastet, ist der Besuch beim Tierarzt absolut indiziert. Die Patellaluxation ist beim Hund dann offenkundig schon fortgeschritten. Es droht die Arthrose, wenn auch nicht sofort. Auf jeden Fall beschädigt aber die Kniescheibenluxation beim Hund dessen Knorpel. Eine ebenso große Gefahr ist der Kreuzbandriss durch die Patellaluxation beim Hund.

An welcher Diagnose kann der Tierarzt die Patellaluxation erkennen?

Der Tierarzt führt einen orthopädischen Untersuchungsgang durch und teilt die Patellaluxation beim Hund einem von vier Graden zu. Ein Röntgenbild muss nicht zwingend für die Diagnosestellung angefertigt werden, kann aber bei unklaren Fällen sehr hilfreich sein. Sollte es zu einer OP kommen, ist es unverzichtbar. Der Luxationsgrad 1 wird wie „keine Luxation“ betrachtet. Ab dem Grad 2 werden Hunde nicht mehr zur Zucht zugelassen. Bei den Graden 2 bis 4 ist ein deutliches Hinken des Hundes zu beobachten. Spätestens ab Grad 3 ist die Operation im Prinzip unausweichlich. Bei den Graden 1 und 2 lässt sich auch mithilfe einer Physiotherapie die Patellaluxation so behandeln, dass die Kniescheibe an ihrem Platz verbleibt.

Wichtig ist es, relativ schnell eine Patellaluxation zu behandeln.

Eine unbehandelte Kniescheibenluxation beim Hund führt zu einem verstärkten Knorpelverschleiß zwischen Oberschenkel und Patella. Dieser lässt sich auch durch eine spätere Operation nicht revidieren. Hier noch einmal zur Übersicht die Grade einer Patellaluxation beim Hund:

  • Grad 1: Die Kniescheibe bewegt sich spontan in die Normalposition zurück. Es sind fast keine Lahmheiten zu beobachten.
  • Grad 2: Die Kniescheibe verlässt häufiger ihre exakte Position. Der Hund hinkt gelegentlich, aber nicht auffällig oft. Häufig erkennen die Besitzer daher nicht die beginnende Kniescheibenluxation beim Hund.
  • Grad 3: Die Kiescheibe verlässt die Rinne deutlich häufiger, doch der Hund scheint überwiegend keine unnormalen Schmerzen zu haben. Der Zustand fällt jedoch auf. Häufig suchen die Besitzer bei diesem Grad den Tierarzt auf. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den Graden 2 und 3 fließend.
  • Grad 4: Die Kniescheibe ist nicht mehr aus ihrer (falschen) Luxationsstellung zu verschieben. Damit kann der Hund sogar über Jahre stabil laufen, aber er lahmt. Der Zustand muss operiert werden, bevor eine massive Arthrose entsteht.

Patellaluxation beim Hund behandeln: Optionen

Spätestens ab einem ausgeprägten Grad 3 ist die OP unausweichlich. Allerdings ist die Entscheidung wegen des fließenden Übergangs zwischen den Graden 2 und 3 häufig schwer zu treffen. Hundebesitzer können bei einer offenkundig schwachen Ausprägung zunächst auf die Physiotherapie setzen, sollten aber dem Ratschlag eines Tierarztes zur OP prinzipiell folgen.

Die drohende Arthrose wäre für den Hund sehr schmerzhaft. Die Operation hat sich bewährt.

Es gibt danach für den Hund eine wirklich gute Prognose. Dabei gibt es übrigens verschiedene OP-Varianten bis hin zur Halbprothese „Patellar Groove“. Welche Methode infrage kommt, muss der Tierarzt entscheiden.


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