Das Hundegebiss: Ein Ratgeber für Hundebesitzer

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Autor: Stela E. Seemann

Hundeernährungsberaterin

Willkommen zu unserem Ratgeber über das Hundegebiss! In diesem Artikel erfährst du alles, was du über die Zähne deines Hundes wissen musst. Wir beantworten die 7 häufigsten Fragen, die im Internet zum Thema Hundegebiss gestellt werden, und gehen dabei auf den Aufbau, Besonderheiten und Unterschiede zum Wolfsgebiss ein. Außerdem erhältst du wertvolle Tipps und Tricks zur richtigen Pflege des Gebisses deines Hundes. Lass uns beginnen und dein Hund wird es dir mit einem strahlenden Lächeln danken!

Inhaltsverzeichnis

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Die 7 häufigsten Fragen zum Hundegebiss   

  1. Wie viele Zähne hat ein Hund?
    Ein erwachsener Hund hat normalerweise 42 Zähne, während ein Welpe 28 Milchzähne besitzt.
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  3. Wann wechseln Hunde ihre Zähne?
    Der Zahnwechsel bei Hunden beginnt im Alter von etwa 4 Monaten und dauert bis etwa zum 7. Lebensmonat.
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  5. Wie kann ich erkennen, ob mein Hund Zahnprobleme hat?
    Anzeichen für Zahnprobleme bei Hunden können schlechter Atem, verändertes Fressverhalten, Zahnsteinbildung oder Schmerzen beim Kauen sein.
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  7. Wie oft sollte ich die Zähne meines Hundes kontrollieren?
    Es empfiehlt sich, die Zähne deines Hundes mindestens einmal pro Woche zu kontrollieren, um frühzeitig mögliche Probleme zu erkennen.
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  9. Wie reinige ich die Zähne meines Hundes am besten?
    Die Zähne deines Hundes sollten mit einer speziellen Hundezahnbürste und -pasta gereinigt werden. Das sollte idealerweise täglich, aber mindestens mehrmals pro Woche geschehen.
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  11. Was sind die Hauptursachen für Zahnprobleme bei Hunden?
    Zu den Hauptursachen für Zahnprobleme bei Hunden zählen Zahnsteinbildung, Zahnfleischentzündungen, Zahnfrakturen, Zahnwurzelabszesse und Parodontitis.
  12. Können Kauartikel meinem Hund bei der Zahnpflege helfen?
    Ja, Kauartikel können zur Zahnpflege beitragen, indem sie mechanisch Zahnbelag entfernen und die Kaumuskulatur stärken. Allerdings sollten sie nicht als alleinige Zahnpflege angesehen werden.

Der Aufbau des Hundegebisses

Das Gebiss eines erwachsenen Hundes besteht aus insgesamt 42 Zähnen. Dabei unterscheidet man zwischen vier verschiedenen Zahnarten: Schneidezähne (Incisivi), Eckzähne (Canini), vordere und hintere Backenzähne (Praemolares und Molares). Jeder Zahn hat eine spezielle Funktion: Die Schneidezähne dienen zum Abtrennen von Fleisch oder anderen Nahrungsmitteln, die Eckzähne sind für das Festhalten und Zerreißen der Beute zuständig, und die Backenzähne zermahlen die Nahrung.

Besonderheiten des Hundegebisses

Eine Besonderheit des Hundegebisses ist der sogenannte "Carnassial-Zahn" oder auch Reißzahn. Er besteht aus dem oberen letzten Prämolaren und dem unteren ersten Molaren und ist speziell für das Zerreißen von Fleisch und das Zerkleinern von Knochen ausgelegt. Der Carnassial-Zahn ist bei Fleischfressern besonders ausgeprägt und ermöglicht es ihnen, ihre Nahrung effektiv zu verarbeiten. Eine weitere Besonderheit ist die Lücke zwischen den Backenzähnen und den Eckzähnen, die sogenannte "Diastema". Diese Lücke ermöglicht es dem Hund, beim Zubeißen mit seinen Eckzähnen einen besseren Halt zu bekommen.

Unterschiede zum Gebiss des Wolfs

Obwohl Hunde vom Wolf abstammen, gibt es einige Unterschiede im Gebiss. Generell sind die Zähne von Wölfen größer und kräftiger als die von Hunden. Dies ist auf die unterschiedlichen Fressgewohnheiten zurückzuführen, da Wölfe größere Beutetiere jagen und größere Knochen zerkleinern müssen. Auch die Eckzähne der Wölfe sind länger und schärfer, was ihnen einen besseren Halt beim Festhalten und Zerreißen von Beute ermöglicht. Bei einigen Hunderassen, insbesondere solchen, die für spezielle Aufgaben wie das Hüten oder Bewachen gezüchtet wurden, kann es zu weiteren Unterschieden im Gebiss kommen, beispielsweise im Hinblick auf die Anzahl der Zähne oder die Stellung einzelner Zähne.

Das Milchgebiss eines Welpen

Das Milchgebiss eines Welpen besteht aus insgesamt 28 Zähnen, die im Alter von etwa 3 bis 4 Wochen zu wachsen beginnen. Dabei sind die Schneidezähne, Eckzähne und vordere Backenzähne bereits vorhanden, allerdings fehlen die hinteren Backenzähne (Molaren), die erst im bleibenden Gebiss ausgebildet werden. Die Milchzähne sind kleiner und weniger robust als die bleibenden Zähne, da sie hauptsächlich dazu dienen, den Welpen an das Kauen und Zerkleinern von fester Nahrung zu gewöhnen. Ab einem Alter von etwa 4 Monaten beginnt dann der Zahnwechsel, bei dem die Milchzähne durch das bleibende Gebiss ersetzt werden. Dieser Prozess erstreckt sich über einige Wochen bis zum 7. Lebensmonat des Hundes.

 

Der Zahnwechsel

Während des Zahnwechsels kann es bei Hunden zu Zahnfleischentzündungen, leichten Schmerzen und erhöhtem Kau- und Spieltrieb kommen, da das Durchbrechen der neuen Zähne Juckreiz verursacht. Es ist wichtig, während dieser Phase dem Hund geeignete Kauartikel und Spielzeuge anzubieten, die speziell für Welpen und den Zahnwechsel konzipiert sind. Sie unterstützen das Lösen der Milchzähne und helfen, Schmerzen und Unwohlsein zu lindern. Manche Hunde können während des Zahnwechsels auch etwas wählerischer beim Fressen sein. In diesem Fall kann die Nahrung leicht angefeuchtet oder aufgeweicht werden, um das Kauen zu erleichtern.

Es ist ratsam, den Zahnwechsel regelmäßig zu kontrollieren und auf mögliche Probleme, wie das Verbleiben von Milchzähnen, zu achten. In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass Milchzähne nicht von allein ausfallen und die bleibenden Zähne bereits dahinter wachsen. In solchen Fällen sollte ein Tierarzt aufgesucht werden, um den betroffenen Zahn gegebenenfalls zu entfernen und Zahnfehlstellungen oder -schäden zu vermeiden.

Tipps zur Pflege des Hundegebisses

       
  • Zähneputzen: Gewöhne deinen Hund schon im Welpenalter an das regelmäßige Zähneputzen. Verwende dabei eine spezielle Hundezahnbürste und -pasta, um die Zähne idealerweise täglich, aber mindestens mehrmals pro Woche zu reinigen.
  • Kontrolliere das Gebiss: Schau dir mindestens einmal pro Woche das Gebiss deines Hundes genau an. Achte dabei auf Veränderungen wie Zahnstein, Zahnfleischentzündungen oder abgebrochene Zähne.
  • Kauartikel: Gib deinem Hund regelmäßig Kauartikel, um die mechanische Reinigung der Zähne zu unterstützen und die Kaumuskulatur zu stärken. Achte darauf, dass die Kauartikel nicht zu hart sind, um Zahnfrakturen zu vermeiden.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung trägt zur Gesunderhaltung des Gebisses bei. Füttere deinen Hund mit hochwertigem Futter und achte auf eine ausreichende Versorgung mit Mineralien und Vitaminen, die für gesunde Zähne und Zahnfleisch benötigt werden.
  • Tierarztbesuche: Lasse das Gebiss deines Hundes regelmäßig von einem Tierarzt kontrollieren. Dieser kann frühzeitig Zahnprobleme erkennen und entsprechende Behandlungen einleiten. Empfohlen wird mindestens ein jährlicher Check-up.
  • Zahnsteinentfernung: Sollte sich Zahnstein an den Zähnen deines Hundes gebildet haben, kann dieser vom Tierarzt professionell entfernt werden. Eine regelmäßige Entfernung von Zahnstein beugt Zahnfleischentzündungen und Parodontitis vor.

Mit diesen Tipps und einer regelmäßigen Pflege kannst du dazu beitragen, dass das Gebiss deines Hundes lange gesund und funktionsfähig bleibt. Dein Hund wird es dir mit einem strahlenden Lächeln und einer langen, schmerzfreien Lebensqualität danken!