Demenz bei Hunden

Demenz bei Hunden ist eine durchaus häufiger auftretende Krankheit. Medizinisch heißt sie Kognitives Dysfunktionssyndrom (CDS). Dass es Alzheimer beim Hund auch gibt, wissen aber viele Laien nicht.

Wichtig zu wissen: Demenz bei Hunden ist keine gewöhnliche Alterserscheinung, auch wenn sie in höheren Lebensjahren auftritt.

Doch nicht jedes Tier ist betroffen. Hunde können vollkommen ohne dieses Krankheitsbild alt werden (ebenso wie Menschen). Die Demenz bei Hunden beruht auf dem allmählichen Absterben von Nervenzellen – denjenigen Zellen im Gehirn, die für die Orientierung, das Gedächtnis, das Lernen und das Bewusstsein zuständig sind.

Ein alter Hund mit Demenz liegt verunsichert auf dem Boden

Überblick

  1. Woran du Demenz bei deinem Hund erkennen kannst
  2. Die Ursachen für Demenz bei Hunden
  3. Wie sie entsteht
  4. Wie man Demenz bei Hunden behandelt

Wie zeigt sich die Demenz bei Hunden?

Auffallend sind bei der Demenz bei Hunden die Verhaltensänderungen. Erkrankte Tiere können aggressiv oder ängstlich werden, sich wie ein dementer Mensch im Haus verlaufen oder ihre Futterschüssel nicht mehr wiederfinden. Sie vergessen auch, was sie mit einem Knochen anfangen können.

Das bedeutet: Ein dementer Hund zeigt im Prinzip ähnliche Symptome wie sein menschlicher Leidensgenosse.

Die Alzheimererkrankung von Menschen ist inzwischen recht gut erforscht, was wertvolle Rückschlüsse zum Alzheimer beim Hund zulässt. Wie beim Menschen tritt auch die Demenz beim Hund in höheren Lebensjahren auf. Es gibt rassebedingte Unterschiede beim Zeitpunkt der Erkrankung, allerdings nicht beim Verlauf. Er ähnelt sehr demjenigen beim Menschen. An diesen Symptomen lässt sich die Demenz erkennen:

  • Die Fähigkeit der Abwägung zwischen verschiedenen Entscheidungsmöglichkeiten ist erschwert.
  • Vertraute Objekte und Personen werden immer schlechter oder gar nicht mehr erkannt.
  • Ein dementer Hund knurrt oder bellt plötzlich Familienmitglieder an oder weicht ihnen aus.
  • Der Hund hält inne, weil er nicht mehr weiß, wohin er eigentlich gehen wollte. Sein Blick ist dabei starr. Der Hund wirkt in sich gekehrt.
  • Durch die Demenz beim Hund vergisst dieser kürzlich erhaltene Informationen (gerade gegebene Kommandos) in wenigen Sekunden. Das ist bei Ablenkung besonders auffällig.
  • Die Demenz bei Hunden führt zu einer eingeschränkten Affektkontrolle.
  • Der Hund ist plötzlich nicht mehr stubenrein.
  • Es treten für die Hundepersönlichkeit untypische Gefühlsschwankungen auf.
  • Der Hund ist oft gereizt, wird spontan bissig oder zieht ängstlich zurück.

Wer einen dementen Menschen kennt, erkennt diese Symptome wieder. Die Demenz beim Hund zeigt sich praktisch adäquat.

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Ursachen der Demenz beim Hund

Wenn Menschen bei ihrem Hund die Demenz erkennen, sollten sie mit ihm verständnisvoll umgehen. Alzheimer beim Hund wird durch das Absterben von wichtigen Nervenzellen im Gehirn verursacht. Die betroffenen Areale für das Bewusstsein, das Lernen und das Gedächtnis liegen in der Neuhirnrinde. Das ist die äußere Schicht des Gehirns, die sich gut eingebettet an den Schläfen in Einfaltungen befindet. Tiere und Menschen werden normalerweise alt ohne einen Verlust dieser Zellen. Warum die Demenz bei Hunden, Menschen und anderen Tieren auftritt, ist bislang noch nicht genau geklärt.

Es stellt sich nun die Frage, was das Neuronensterben auslöst. Erwiesen ist, dass das Gehirn von Tieren und Menschen auf absolute Leistung ausgerichtet ist. Ständig tauschen die Nervenzellen zahllose Informationen aus, erneuern sich, nehmen Nährstoffe auf und transportieren Abfallstoffe ab. Sie müssen dafür frei von Ablagerungen sein und mit den nötigen Nährstoffen versorgt werden.

Nervenzellen haben innen regelrechte Autobahnen für den Transport der Botenstoffe, welche die Kommunikation bewerkstelligen. Diese Autobahnen heißen fachsprachlich Axone.

In ihnen befinden sich Transportmoleküle, die auf die einwandfrei funktionierenden Axone angewiesen sind. Bestimmte Proteine halten nun im gesunden Gehirn die Axone und die Zelloberflächen frei von Ablagerungen. Alzheimer beim Hund und auch bei anderen Tieren oder beim Menschen wird offenkundig ausgelöst, weil diese Proteine ihre Arbeit nicht mehr ordentlich verrichten. Daher lagern sich langkettige Eiweiße als Abfall im Axon und auf den Zelloberflächen an. Die Axone zerreißen dabei, was die Kommunikationsfähigkeit von Nervenzellen zerstört und im fortgeschrittenen Stadium regelrechte Mauern um die Nervenzellen errichtet. Damit funktionieren weder die Kommunikation noch die Aufnahme von Nährstoffen und der Abtransport von Abfall. Die Zellen sterben dabei ab. Das Gehirn lässt sie daraufhin abtransportieren, was Löcher schafft, die sich zusätzlich mit den langkettigen Eiweißen füllen – die Demenz beim Hund schreitet fort.

Wie schnell entsteht die Demenz bei Hunden?

Diese Frage ist spannend, weil ein dementer Hund im Gegensatz zum dementen Menschen seinen Zustand nicht reflektieren kann. Erwiesen ist auf jeden Fall, dass sich Alzheimer beim Hund sehr allmählich einstellt. Der Prozess verläuft über viele Jahre. Daher kann es bedeutsam sein, schon im früheren Stadium die Demenz zu erkennen.

Man kann mit bestimmten Medikamenten die Demenz behandeln und sie damit zwar nicht komplett aufhalten, aber zumindest den Schweregrad lindern.

Allerdings ist die Demenz bei Hunden nicht so leicht zu identifizieren. Das Gehirn kompensiert über lange Zeit die Ausfälle. Betroffene Menschen schaffen sich Eselsbrücken oder schreiben sich Erinnerungszettel. Auch ein dementer Hund kann mit gewissen Tricks seine Defizite etwas ausgleichen. Wenn er beispielsweise vergessen hat, wo sein Futternapf steht, geht er eben der Nase nach. Daher erkennen viele Besitzer – auch mangels Wissen um diese Erkrankungsmöglichkeit – die Demenz beim Hund erst relativ spät.

Ausbruch der Demenz bei Hunden

Die Demenz beim Hund entsteht wie erwähnt im fortgeschrittenen Alter. Es ist eine geriatrische Erkrankung. Wann ein Hund als alt gilt, hängt von seiner Rasse ab, weshalb man kein pauschales Hundealter nennen kann, in welchem Demenz auftreten könnte. Wenn sich die Demenz bei Hunden einstellt, ist das unter anderem an einer verminderten Schmerzempfindung zu erkennen.

Ein alter Hund mit seinem Teddybär auf dem Küchenboden

Da aber gerade ältere Hunde unter diversen weiteren Krankheiten leiden können, darunter unter der schmerzhaften Arthrose, ist es wichtig, eine aufgenommene Schmerzbehandlung fortzusetzen, auch wenn das Tier plötzlich scheinbar keine Schmerzen mehr hat. Das ist ein Irrtum. Ein dementer Hund kann nur nicht mehr den Schmerz einordnen und wie gewohnt darauf reagieren, weil ihm plötzlich die Reflexe und auch die Erfahrung (erlernte Vermeidungsreaktion) dafür fehlen. Das ist eine der Folgen von Demenz bei Hunden. Dieser „vergessene Schmerz“ könnte durchaus gefährlich für den Hund sein: Er könnte eine Stresskrankheit auslösen, weil er das Vitalsystem beeinflusst, auch wenn die Demenz beim Hund zu einer inadäquaten Reaktion auf den Schmerz führt.

Alsbald zeigt dann die Demenz bei Hunden weitere Folgen wie die oben beschriebene Vergesslichkeit und weitere kognitive Fehlleistungen. Die Krankheit schreitet nun fort. Besitzer sollten sich darum kümmern, die Demenz zu behandeln.

Wie lässt sich die Demenz bei Hunden behandeln?

Es lässt sich in einem gewissen Umfang mithilfe einer Verhaltenstherapie die Demenz behandeln. Das führt man auch bei Menschen durch. Die Betroffenen erhalten eine mentale Stimulation durch neue Lerninhalte. Allerdings ist es sehr wichtig zu wissen, dass dadurch die Demenz beim Hund (wie auch beim Menschen) nicht verschwindet. Die Betroffenen kommen nur etwas besser zurecht. Weil sie sich wieder besser zurechtfinden, sinkt auch das Stresslevel.

Man vermutet, dass Stress die Demenz beim Hund und natürlich auch beim Menschen verstärkt. MCT-Öl im Futter kann auch in einem gewissen Umfang gegen die Folgen der Demenz bei Hunden wirken.

Wirksame Medikamente sind Selegilin und Propentofyllin, der Tierarzt wird sie verschreiben. Das Tier benötigt zudem die Aufmerksamkeit seines Halters und auch einen höheren Schutz, denn wie demente Menschen laufen auch betroffene Hunde manchmal einfach fort und finden dann nicht mehr zurück. Ein GPS-Tracker am Halsband verschafft dem Besitzer die nötige Kontrolle. Dieses Mittel wird auch bei dementen Insassen von Altenheimen (an einem Armband oder einer Halskette) eingesetzt.


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