Darmverschluss beim Hund

Fühlt sich dein Hund schlecht, erbricht er oder nimmt er eine Schonhaltung ein und hat längere Zeit keinen Kot abgesetzt, kann ein Darmverschluss vorliegen. Jetzt ist Eile geboten.

Der Hund hat nicht nur Schmerzen, sondern schwebt in Lebensgefahr. Die Verdauung ist komplett blockiert, die zersetzte Nahrung drückt auf die Darmwände, Giftstoffe entstehen, Bakterien drohen in den Bauchraum zu gelangen. Ein Darmverschluss beim Hund kann tödlich enden, daher sind eine umgehende Verständigung und ein Aufsuchen des Tierarztes dringend angezeigt.

Überblick

  1. Die Ursachen des Darmverschlusses
  2. Daran erkennst du den Verschluss
  3. Die Diagnose
  4. So behandelt man einen Darmverschluss
  5. Die Prognose
  6. Mögliche Hausmittel

Was ist ein Darmverschluss beim Hund?

Als Darmverschluss beim Hund wird eine Unterbrechung des natürlichen Darmverlaufs bezeichnet. Als Tierhalter musst du einen Darmverschluss behandeln lassen, das Tier kann sonst sterben. Durch schnelles Reagieren gewinnst du Zeit. In der Regel muss ein Ileus, so die lateinische Bezeichnung, chirurgisch behandelt werden.

Der Darm eines Hundes ist knapp 7 Mal so lang wie seine Körperlänge. Die Verdauung beginnt beim Hund mit dem Schlucken der Nahrung. Der Hund schlingt dabei größere Brocken herunter, die bereits nach weniger als 5 Sekunden im Magen angelangt sind. Hunde haben einen Sackmagen. Sie können größere Nahrungsmengen auf einmal zu sich nehmen. Diese werden nach körperlicher Aktivität innerhalb von 24 Stunden verdaut und an den Dünndarm weitergegeben. Dadurch kann es bis zu 24 Stunden nach Verschlucken eines Gegenstandes zu spürbaren Blockaden kommen.

Nach den Ursachen und Umständen unterscheidet der Tierarzt zwischen mehreren Arten von Darmverschlüssen:

  • Bei einem mechanischen Darmverschluss wird der Darm von außen oder innen blockiert. Je nachdem, wie lange die Darmblockade andauert, kann zusätzlich eine unzureichende Blutversorgung hinzukommen, sodass die Darmwand oder Teile des Darms geschädigt werden.
  • Ein funktioneller Darmverschluss tritt meist als Folgeerkrankung auf. Er basiert auf einer Lähmung der Muskulatur. Ursache kann eine Bauchfellentzündung, eine Verengung der Blutgefäße oder eine Vergiftung sein, die mit starken Krämpfen oder Lähmungserscheinungen einhergeht.

Im Dünndarm können sich Verwicklungen und Abschnürungen ergeben, im Dickdarm des Tiers sind Verstopfungen und Verlegungen durch andere Organe möglich. Verschluckte Gegenstände können unter Umständen den Dünndarm passieren und erst im Dickdarmbereich zu einem Ileus führen.

Ursachen für einen Darmverschluss beim Hund

Unterschiedliche Ursachen können einem Darmverschluss beim Hund zugrunde liegen.

Bei einem mechanischen Darmverschluss sind folgende Ursachen möglich:

  • verschluckte Fremdkörper von Kastanien über Socken und eigene Haarknäule bis zu Fäden und Garnrollen
  • verhärteter Kot (Knochenkot)
  • starker Wurmbefallbei Welpen
  • Narbenwucherung im Darmbereich nach OP
  • anatomische Besonderheiten bei Welpen
  • Darmverschlingung
  • Einstülpung des Darms durch Herausforderungen bei der Darmbewegung
  • ein Darmtumor oder eine organische Raumforderung.

Ein funktioneller Darmverschluss beim Hund kann folgende Ursachen haben:

  • nervlich bedingte Störungen bei der Steuerung des Darms, die die Eigenbewegung und den Weitertransport der Nahrung hemmen
  • Durchblutungsstörungen beim Darm
  • Vergiftungserscheinungen, die den Darm lähmen
  • Entzündungen oder Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)
  • eine Störung der Nierenfunktion mit nachfolgenden Vergiftungserscheinungen (Urämie)
  • Koliken.

Bei einem Darmverschluss muss rasch gehandelt werden. Der Hund hat starke Schmerzen und befindet sich oft in einem Schock. Alle Hinweise zu möglichen Ursachen können dem Tierarzt bei der Diagnose unterstützen und helfen, zu einem schnellen Ergebnis zu kommen, um rasch handeln zu können.
Besonders gefährlich sind Fäden, Wollknäuel, Geschenkbänder sowie Folien, Plastiktüten, Schwämme oder Ähnliches, sie sind mitunter nicht sichtbar, verhaken sich jedoch und können zu weiteren Komplikationen führen.

Wie erkennt man einen Darmverschluss beim Hund?

Dein Hund kann verschiedene Symptome zeigen. Du solltest in jedem Fall reagieren, wenn er sich auffällig verhält und du den Verdacht hast, dass es sich um einen Ileus handeln könnte.
Die Anzeichen für einen Verschluss können unterschiedlich stark ausgeprägt sein:

  • 1. Der Hund kann keinen Kot absetzen.
  • 2. Er frisst nicht. Bereits nach dem Trinken kommt es zum Erbrechen des Magen- und Darminhalts, das sich bis zum Koterbrechen steigern kann. Welche Symptome sich zeigen, hängt von der Art des Darmverschlusses ab, ob er beim Eintritt in den Dünndarm oder erst im Dickdarm vorliegt.
  • 3. Der Hund hat einen aufgeblähten Bauch. Es kann eine Abwehrspannung auftreten. Der Hund sollte angesprochen und gestreichelt werden, bevor du zum allmählichen Abtasten vorgehst. Bei starken Schmerzen wird das Tier abwehren, es kann jedoch auch in Apathie verfallen. Schmerzen treten zunächst lokalisierbar auf, verteilen sich später rasch, da das Tier insgesamt leidet. Bei anhaltendem Ileus werden die Darmwände angegriffen und außerdem kommt es zu inneren Vergiftungserscheinungen.
  • 4. Unruhig streift der Hund umher, wechselt häufig zwischen Stehen, Liegen, Gehen und krümmt sich. Typisch ist die „Gebetsstellung“, bei der der Hund auf den Vorderpfoten liegt und den hinteren Teil bei aufrechten Hinterbeinen in die Luft reckt.
  • 5. Der Allgemeinzustand des Tieres verschlechtert sich zusehends.
  • 6. Flache, schnelle Atmung, beschleunigter Herzschlag, Temperaturveränderungen (sowohl Untertemperatur als auch Temperaturanstieg) sind möglich.
  • 7. Manche Tiere beginnen verstärkt Gras zu fressen.
  • 8. Darmgeräusche verweisen auf einen mechanischen Darmverschluss beim Hund.

Nicht alle Symptome müssen ausgeprägt sein. Jeder Hund geht individuell mit seinen Schmerzen um. Achte in jedem Fall auf Verhaltensauffälligkeiten und gehe auch bei bloßem Verdacht zum Tierarzt. Da ein Darmverschluss beim Hund behandelt werden muss und Zeitverzug mit zusätzlichen Komplikationen bis hin zum Tod verbunden sein kann, solltest du bei einem Verdacht, den Zustand deines Hundes abklären lassen. Ein Veterinärmediziner kann einen Darmverschluss erkennen und entsprechend handeln.

Diagnose – wie geht der Tierarzt vor?

Wie beim Menschen ist die Anamnese auch beim Tier wichtig. Damit der Tierarzt schnell helfen kann, solltest du alle Auffälligkeiten und Besonderheiten erfassen. Dazu gehören die akute Krankengeschichte des Hundes und eventuelle Vorerkrankungen. Wenn dein Hund Medikamente bekommt, solltest du diese nennen können.

Wurden Fremdkörper verschluckt oder kann das Tier etwas Unverträgliches gefressen haben?
Das ist wichtig, wenn Vergiftungserscheinungen die Ursache für eine Beeinträchtigung der Darmtätigkeit und einen Ileus sind.

Der Arzt wird nach dem zeitlichen Ablauf fragen und sich erkundigen, seit wann die Schmerzen und Auffälligkeiten auftreten. Er wird auch wissen wollen, wann dein Hund zuletzt erfolgreich Kot abgesetzt hat und welche Beschaffenheit dieser hatte. War der Kot mit Blut vermengt? Ebenfalls wird nach Erbrechen und nach dem Erbrochenen gefragt.
Schmerzen, körperliche Unruhe und Schonhaltungen solltest du beschreiben. Diese Hinweise sind wichtig, um als Arzt einen Darmverschluss erkennen zu können.

Nach dem Gespräch wird der Arzt den Hund vorsichtig abtasten und den Bauch äußerlich untersuchen. Oft sind hier schon Gegenstände oder Verhärtungen zu spüren. Anschließend wird der Hund rektal untersucht und der Enddarm abgetastet. Schleim oder Blut am Untersuchungshandschuh tragen zur Diagnose bei.
Es erfolgt eine Temperaturmessung und die Prüfung der Vitalwerte, sodass der Arzt einen Gesamteindruck von der Konstitution des Patienten bekommt.

Um genauere Aufschlüsse zu erhalten, wird der Arzt den Hund röntgen oder den Bauchraum per Ultraschall untersuchen. Ein Blutbild wird gemacht, bevor der Arzt den Verdauungsraum endoskopisch untersucht. Oftmals reicht jedoch auch die Schallung. Da die Zeit eilt, wird der Tierarzt entscheiden, ob er sofort eine Operation einleitet oder erst noch einen diagnostischen Bauchschnitt, eine Laparotomie, vornimmt.

Wie wird ein Darmverschluss beim Hund behandelt?

In der Regel ist eine Operation, wenn man einen Darmverschluss beim Hund behandelt, angezeigt. Operiert wird unter Vollnarkose. Vor der Einleitung der Narkose wird das Blutbild analysiert. Eingenommene Medikamente sollten unbedingt angegeben werden.
Nach Art der Schädigung wird operiert. Dabei wird der Fremdkörper oder der Tumor entfernt, ist es zu irreparablen Veränderungen gekommen, entnimmt der Arzt den betroffenen Teil des Darms.

Die OP findet in der Klinik oder Praxis statt. Das Tier sollte anschließend in ärztlicher Obhut verbleiben, damit eine korrekte Nachsorge stattfinden kann. Dabei wird dein Hund engmaschig überwacht und entsprechend der Situation mit Schmerzmitteln und Infusionen versorgt. Sollten Komplikationen auftreten, kann der Tierarzt sofort eingreifen.

Die Anfütterung wird ebenfalls vom Tierarzt überwacht, damit schnell reagiert werden kann, wenn Magen und Darm nicht korrekt arbeiten.

Ist der Darmverschluss beim Hund durch Knochenkot verursacht worden, kann der Arzt zur Gabe von abführenden Mitteln wie Ölen und Paraffin, Klistieren oder einem Einlauf greifen. Möglich ist das Absaugen des Magen- und Darminhalts vor der Blockade, eventuell kann auch eine manuelle Entfernung des Verschlusses mit einer Darmzange helfen.
Die Anregung der Darmtätigkeit durch Injektionen ist möglich, krampflösende Medikamente können angezeigt sein. Der Tierarzt entscheidet nach dem vorliegenden Befund.

Prognose

Die Prognose richtet sich nach der Art des Darmverschlusses beim Hund, wie schnell gehandelt werden kann und wie weit eine Schädigung des Darms, der Darmwand oder innere Vergiftungen fortgeschritten sind. Hinzu kommen Konstitution und Alter des Tiers sowie mögliche Komplikationen wie Darmdurchbruch oder eine Bauchfellentzündung.

Je schneller gehandelt werden kann, desto besser ist in der Regel die Prognose. Wann dein Hund genesen ist, muss der Tierarzt konkret vor Ort feststellen

Wie kann man einem Darmverschluss beim Hund vorbeugen?

Gefährdet sind vor allem junge Hunde, die unbedarft Spielsachen verschlucken. Doch ein Ileus kann jedes Tier treffen. Was kannst du tun, um deinen Hund vor der schmerzhaften Erkrankung zu bewahren?
Eine ausgewogene Ernährung steht an erster Stelle. Sie stärken die Konstitution deines Hundes und verhindern Verstopfungen. Achte darauf, nicht zu viele Knochen zu füttern, um Knochenkot zu vermeiden.

Achte beim Kauf und bei der Verwendung von Hundespielzeug auf verschluckbare Kleinteile und vermeide zerkaubare Spielwaren.
Hunde sollten nicht mit Kastanien, Nüssen, Eicheln oder kleinen Steinen spielen. Diese werden schnell verschluckt und können den Darm verschließen.

Nach Operationen im Magenbereich oder der Kastration von Hündinnen ist das Risiko erhöht.
Der Tierarzt wird genaue Hinweise zum Verhalten und zur Fütterung geben, denen unbedingt Folge zu leisten ist.

Mögliche Hausmittel

Generell muss ein Arzt einen Darmverschluss behandeln. Von eigenen Versuchen ist abzuraten. Bist du unsicher, ob dein Hund an einer Verstopfung oder einem Ileus leidet, suche den Tierarzt auf, um den Zustand abzuklären. Schnelle fachkundige Hilfe kann beim Darmverschluss Leben retten.


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