Pyodermie beim Hund: Ursachen, Symptome und Behandlung

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Autor: Stela E. Seemann

Hundeernährungsberaterin

Pyodermie bei Hunden ist ein häufiges Problem, das die Haut Deines vierbeinigen Freundes betrifft und zu starkem Juckreiz, Schmerzen und Unwohlsein führen kann. In diesem Ratgeberartikel erfährst Du alles, was Du über Pyodermie bei Hunden wissen musst. Wir beantworten die sieben häufigsten Fragen zum Thema, klären über die Ursachen auf, zeigen Dir, wie Du Pyodermie bei Deinem Hund erkennst, und geben hilfreiche Tipps zur Behandlung. Lies weiter, um Deinem Hund bei Hautproblemen bestmöglich zur Seite zu stehen.

Inhaltsverzeichnis

  1. 7 häufige Fragen zur Pyodermie beim Hund
  2. Ursachen einer Pyodermie beim Hund
  3. Pyodermie beim Hund erkennen: Symptome und Anzeichen
  4. Tipps zur Behandlung einer Pyodermie beim Hund
  5. Fazit

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7 häufige Fragen zur Pyodermie beim Hund 

  1. Was ist Pyodermie beim Hund? Pyodermie ist eine bakterielle Hautinfektion, die durch Staphylokokken oder Streptokokken verursacht wird und zu Entzündungen, Rötungen, Juckreiz und Pusteln auf der Haut führt. Die Haut ist normalerweise von einer Schutzschicht aus nützlichen Mikroorganismen besiedelt, die das Eindringen von schädlichen Bakterien verhindern. Bei einer Pyodermie gerät dieses Gleichgewicht jedoch aus der Balance, und pathogene Bakterien können sich vermehren und Entzündungen verursachen.
  2. Wie entsteht Pyodermie beim Hund? Die Infektion entsteht, wenn das natürliche Gleichgewicht der Hautflora gestört wird, zum Beispiel durch Allergien, Hautparasiten, mechanische Reizungen oder eine geschwächte Immunabwehr. Allergien können die Hautbarriere schwächen und Juckreiz verursachen, was das Risiko einer bakteriellen Infektion erhöht. Hautparasiten wie Flöhe und Milben können ebenfalls Entzündungen und Juckreiz auslösen, wodurch die Haut anfälliger für Infektionen wird. Mechanische Reizungen, etwa durch Kratzen oder Scheuern, können die Haut verletzen und Bakterien den Zugang erleichtern. Eine geschwächte Immunabwehr, zum Beispiel infolge von Krankheiten oder Medikamenten, kann die Fähigkeit des Körpers beeinträchtigen, Infektionen abzuwehren.
  3. Wie kann ich Pyodermie bei meinem Hund erkennen? Typische Anzeichen sind Rötungen, Juckreiz, Pusteln, Schuppen, Krusten und Haarausfall. In schweren Fällen kann es zu eitrigen Wunden und Abszessen kommen. Bei einer oberflächlichen Pyodermie sind meist nur die oberen Hautschichten betroffen, während bei einer tiefen Pyodermie auch tieferliegende Hautschichten und Haarfollikel entzündet sein können. Eine chronische Pyodermie kann hartnäckig sein und immer wiederkehren, wenn die zugrunde liegenden Ursachen nicht behandelt werden.
  4. Wie wird Pyodermie beim Hund diagnostiziert? Ein Tierarzt stellt die Diagnose anhand der klinischen Symptome und einer Hautprobe, um den Erreger zu identifizieren und die geeignete Therapie zu wählen. Bei der Untersuchung achtet der Tierarzt auf typische Anzeichen einer Pyodermie und befragt den Hundebesitzer zu möglichen Auslösern. Eine mikroskopische Untersuchung der Hautproben kann dazu beitragen, die beteiligten Bakterien zu identifizieren und eine gezielte Behandlung einzuleiten. In manchen Fällen kann es notwendig sein, zusätzliche Untersuchungen wie Allergietests oder Blutuntersuchungen durchzuführen, um die zugrunde liegenden Ursachen der Pyodermie zu ermitteln.
  5. Wie wird Pyodermie beim Hund behandelt? Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Antibiotika, Antiseptika und entzündungshemmenden Medikamenten. Die Auswahl des richtigen Antibiotikums ist entscheidend, um eine effektive Therapie sicherzustellen. In manchen Fällen kann der Tierarzt eine Kombination aus systemischen (oral oder per Injektion verabreichten) und topischen (auf die Haut aufgetragenen) Antibiotika empfehlen. Antiseptische Shampoos oder Lotionen können helfen, die bakterielle Belastung auf der Haut zu reduzieren und die Heilung zu beschleunigen. Entzündungshemmende Medikamente können den Juckreiz lindern und somit das Kratzen und Lecken reduzieren, was die Heilungschancen verbessert. Zudem sollte die zugrunde liegende Ursache, wie Allergien oder Parasiten, behandelt werden, um Rückfälle zu verhindern.
  6. Wie lange dauert die Behandlung von Pyodermie beim Hund? Die Dauer der Behandlung hängt von der Schwere der Infektion ab und kann zwischen zwei und sechs Wochen oder länger dauern. Es ist wichtig, die vom Tierarzt verschriebene Therapie konsequent durchzuführen, um eine vollständige Heilung zu gewährleisten. Abbruch oder Verkürzung der Antibiotikatherapie kann zu einer unvollständigen Heilung und Resistenzbildung der Bakterien führen. Bei chronischen oder wiederkehrenden Fällen von Pyodermie kann eine langfristige Therapie und Überwachung notwendig sein, um das Risiko von Rückfällen zu minimieren.
  7. Kann ich einer Pyodermie bei meinem Hund vorbeugen? Eine gute Fell- und Hautpflege, regelmäßige Kontrollen auf Parasiten und die Behandlung von Allergien können dazu beitragen, das Risiko einer Pyodermie zu reduzieren. Ebenso sollte das Immunsystem des Hundes gestärkt werden, etwa durch eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung. Regelmäßige Fellpflege und das Trimmen von langem Haar, insbesondere in Bereichen mit Hautfalten, können die Belüftung verbessern und das Risiko von Hautinfektionen verringern. Halte den Schlafplatz Deines Hundes sauber und trocken, um ein feuchtes Umfeld, das das Bakterienwachstum begünstigt, zu vermeiden. Schließlich kann es hilfreich sein, regelmäßig den Tierarzt aufzusuchen, um den allgemeinen Gesundheitszustand Deines Hundes zu überwachen und mögliche Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen.

Ursachen einer Pyodermie beim Hund

Pyodermie beim Hund entsteht, wenn das natürliche Gleichgewicht der Hautflora gestört ist. Die Haut bietet normalerweise einen Schutz gegen Bakterien und andere Krankheitserreger. Verschiedene Faktoren können jedoch zu einer Schwächung der Hautbarriere führen und das Eindringen von Bakterien begünstigen. Dazu gehören: 

  • Allergien, z. B. Futtermittelallergien oder Umweltallergien
  • Hautparasiten, wie Flöhe, Milben oder Zecken
  • Mechanische Reizungen, z. B. durch Scheuern oder Kratzen
  • Geschwächte Immunabwehr, z. B. aufgrund von Stress, Krankheiten oder Medikamenten
  • Feuchtigkeit, z. B. durch Nässe, schlechte Fellpflege oder mangelnde Belüftung der Haut

Die Identifikation und Behandlung der zugrunde liegenden Ursache ist entscheidend, um die Pyodermie erfolgreich zu therapieren und Rückfälle zu verhindern.

Pyodermie beim Hund erkennen: Symptome und Anzeichen

Die Symptome einer Pyodermie beim Hund können je nach Schweregrad und betroffener Hautregion variieren. Häufige Anzeichen sind:

  • Rötungen und Entzündungen der Haut
  • Juckreiz, der dazu führt, dass der Hund sich häufig kratzt oder leckt⁣
  • Pusteln und Papeln (kleine, erhabene Hautveränderungen)
  • Schuppen und Krustenbildung
  • Haarausfall und kahle Stellen
  • Haarausfall und kahle Stellen (Fortsetzung)
  • Eitrige Wunden, die aufplatzen und verkrusten können
  • Abszesse und tiefe Hautinfektionen bei schweren Fällen
  • Eventuell unangenehmer Geruch von der betroffenen Hautstelle

Wenn Du bei Deinem Hund Anzeichen einer Pyodermie bemerkst, ist es wichtig, schnellstmöglich einen Tierarzt aufzusuchen, um eine geeignete Diagnose und Behandlung zu erhalten.

Tipps zur Behandlung einer Pyodermie beim Hund

Die Behandlung einer Pyodermie beim Hund richtet sich nach der Schwere der Infektion und der zugrunde liegenden Ursache. Hier sind einige Tipps, wie Du Deinem Hund bei der Genesung helfen kannst:

  1. Folge den Anweisungen des Tierarztes: Es ist wichtig, die vom Tierarzt verschriebenen Medikamente (etwa Antibiotika) genau nach Anweisung und für die gesamte Dauer der Therapie zu verabreichen.
  2. Pflege die betroffene Hautstelle: Halte die betroffene Hautstelle sauber und trocken, um die Heilung zu fördern. Verwende gegebenenfalls vom Tierarzt empfohlene Antiseptika oder Wundpflegeprodukte.
  3. Verhindere, dass Dein Hund die Hautstelle weiter reizt: Nutze eventuell einen Halskragen oder ein Schutzshirt, um zu verhindern, dass Dein Hund die betroffene Stelle weiter kratzt oder leckt.
  4. Behandle die zugrunde liegende Ursache: Identifiziere und behandle mögliche Auslöser, wie Allergien oder Parasiten, um Rückfälle zu vermeiden.
  5. Stärke das Immunsystem Deines Hundes: Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und Stressreduktion können dazu beitragen, das Immunsystem Deines Hundes zu stärken und seine Widerstandsfähigkeit gegenüber Infektionen zu erhöhen.
 

Fazit

Pyodermie beim Hund ist eine unangenehme und schmerzhafte Hautinfektion, die durch verschiedene Faktoren begünstigt wird. Durch frühzeitiges Erkennen der Symptome und eine konsequente Behandlung kannst Du Deinem Hund dabei helfen, schnell wieder gesund zu werden. Achte auf eine gute Fell- und Hautpflege sowie eine starke Immunabwehr, um das Risiko einer erneuten Infektion zu minimieren. Sollten die Symptome anhalten oder sich verschlimmern, konsultiere immer einen Tierarzt, um die bestmögliche Versorgung für Deinen vierbeinigen Freund zu gewährleisten.