Krallen beim Hund schneiden

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Autor: Stela E. Seemann

Hundeernährungsberaterin

Gelegentlich sollten Hundekrallen geschnitten werden. Wie genau die Besitzer die Krallen beim Hund schneiden, wie kurz die Krallen werden sollen und was du sonst noch beachten musst, wenn du deinem Hund die Nägel schneidest, wollen wir in diesem Beitrag behandeln.

Ein kleiner Hund bekommt seine Krallen geschnitten

Überblick

  1. Wann man einem Hund die Nägel schneiden sollte
  2. Die richtigen Werkzeuge
  3. Wie du deinem Hund die Nägel schneiden solltest

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Warum muss man überhaupt Hundenägel schneiden?

Krallen beim Hund schneiden bedeutet Gesundheitsvorsorge. Zwar wetzen sich die Hundekrallen in gewisser Weise beim Laufen ab, doch das genügt bei vielen Rassen nicht. Oft werden sie zu lang und behindern dann das Tier beim Laufen. Unter anderem begünstigen sie, dass es auf glatten Untergründen ausrutscht. Noch schlimmer: Sie können sogar Schmerzen bereiten.

Wenn du nicht die Krallen beim Hund schneidest, könnte das seinen Bewegungsapparat auf lange Sicht schädigen. Auch könnten Haltungsprobleme auftreten.

Zusätzlich besteht die Gefahr von Selbstverletzungen oder des Einwachsens und der Entzündung von Krallen. Der Hund spürt das Problem übrigens und versucht deshalb bisweilen, seine Krallen durch Abbeißen selbst zu kürzen. Dabei kann er sie sich im schlimmsten Fall herausreißen. Das wäre eine ernsthafte Verletzung mit starken Schmerzen und wiederum Entzündungsgefahr. Ein weiterer Effekt der Hundekrallen ist das Wandern ihres durchbluteten Bereichs in Richtung Nagelspitze, wenn sie nicht geschnitten werden. Daher müssen wir dem Hund die Nägel schneiden.

Hundenägel schneiden: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Zunächst einmal müssen wir nicht jedem Hund die Nägel schneiden. Es gibt einerseits Rassen, bei denen man nur selten oder gar nicht die Hundenägel schneiden muss, andererseits hängt die natürliche Abnutzung der Hundekrallen auch vom Auslauf des Tieres ab.

Wenn der Hund oft auf Asphalt oder anderen harten Belägen unterwegs ist, müssen wir wegen der dortigen Abnutzung nicht so oft die Krallen beim Hund schneiden.

Solltest du jedoch vorwiegend im Wald und auf Wiesen Gassi gehen, greift dieser natürliche Abnutzungseffekt kaum: Du musst von Zeit zu Zeit deinem Hund die Nägel schneiden. Den richtigen Zeitpunkt findest du anhand der Länge heraus:

  • Wenn der Hund steht, sollten nur die Ballen, aber nicht die Zehen mit den Nägeln zum Boden reichen.
  • Bei nach oben gehaltener Pfote dürfen die Nägel nicht länger als die Ballen sein.
  • Wenn der Hund auf Kacheln oder Parkett läuft, darf es nicht klicken.

Krallen beim Hund schneiden: So gehst du vor

Wenn du dem Hund die Nägel schneiden willst, brauchst du viel Licht, eine Krallenschere, eine ruhige Hand sowie nicht zuletzt einen ruhigen Hund. Dieser muss dir seine Pfoten in die Hand geben, was nicht selbstverständlich ist. Wenn er das ungern macht, könnte er die Pfote ruckartig wegziehen, während du die Hundenägel schneidest. Damit würde er dich unter Umständen verletzen. Du solltest also mit dem Hund das Pfotengeben schon ausgiebig trainiert haben. Auch musst du selbst Sicherheit ausstrahlen. Wenn dir das nicht gelingt, lasse lieber einen Profi (Tierarzt, Hundesalon) die Krallen beim Hund schneiden. Du kannst zuschauen und es dabei lernen.

Hundenägel schneiden: Werkzeuge

Du brauchst eine Krallenzange oder -schere. Das scharfe Werkzeug muss gut in der Hand liegen. Eine Krallenschere funktioniert wie die Nagelschere des Menschen, übt aber von beiden Seiten einen gleichmäßigen Druck aus.

Dadurch kann die Kralle nicht gequetscht werden. Die Schneidflächen sind rund und damit der Form der Krallen nachempfunden. Es gibt auch Modelle, die wie eine Guillotine aussehen. Die Hundekrallen müssen hier durch die Öse geschoben werden. Auch diese Schere soll nicht quetschen, wenn du die Krallen beim Hund schneidest. Für diese eigentlich sehr effiziente und genaue Krallenschere muss der Hund ruhig sitzen und die Pfote ruhig halten. Sonst besteht eine gewisse Verletzungsgefahr. Darüber hinaus gibt es noch elektrische Krallenschleifgeräte, also eine elektrische Nagelfeile. Sie macht aber Geräusche, die nicht jeder Hund auf Anhieb mag.

Hund bekommt seine Krallen geschnitten

Wie solltest du dem Hund die Nägel schneiden?

Lege das Tier entspannt auf die Seite. Arrangiere dann das Licht so, dass du die Blutgefäße der Hundekrallen sehen kannst. Damit beugst du versehentlichen Verletzungen vor. Besonders wichtig ist das bei dunklen Krallen. Deren Horn wird fast bis zu seiner Spitze sehr gut (im Gegensatz zum menschlichen Nagel) durchblutet. Solltest du zu viel abschneiden, blutet die Hundekralle, was der Hund spürt.

Gehe schrittweise vor, wenn du die Krallen beim Hund schneiden. Schneide immer nur kleine Scheiben ab (etwa einen Millimeter), bis du die gewünschte Länge erreicht hast.

Halte zu den Blutgefäßen mindestens ein Millimeter Abstand ein, wenn du dem Hund die Nägel schneidest. Das vermeidet ungewollte Blutungen. Seie besonders vorsichtig, wenn du schwarze Krallen beim Hund schneidest. Schneide auch die „Wolfskralle“, die einige Hunderassen als Afterkralle (innere Seite der Hinterläufe) haben. Sie darf nicht vergessen werden, wenn du dem Hund die Nägel schneidest, weil sie den Boden gar nicht berührt und sich daher auch gar nicht natürlich abnutzt. Ansonsten wären schmerzhafte Einwachsungen möglich.

Was machst du bei sehr langen Hundenägeln?

Bei sehr langen Nägeln wächst der durchblutete Bereich immer weiter zur Nagelspitze. Schneide zunächst sehr vorsichtig und dafür häufiger: Dadurch bilden sich diese Blutgefäße wieder zurück. Das funktioniert sogar bei extrem langen Nägeln, wie sie Hunde haben, die sehr lange nicht gepflegt wurden. Sie erreichen wieder einen normalen Zustand.